Joker

Durch den Golfkrieg sind auch in der Medienlandschaft die Karten neu gemischt worden. So wie der zweite Golfkrieg von 1991 CNN einen weltweiten Bekanntheitsgrad verschafft hat, profilierte sich diesmal Fox News als exklusive Nachrichtenquelle. Der US-Sender gehört zum Medienimperium des erklärten Antikommunisten Rupert Murdoch. Keine Fernsehstation war in ihrer Haltung eindeutiger auf der Seite des US-Präsidenten. Der Hurra-Patriotismus hat sich in steigenden Einschaltquoten ausgezahlt. Dafür haben sich allerdings europäische Zuschauer über die Einseitigkeit beschwert. Nicht im "Alten Europa", sondern in Großbritannien ermittelt jetzt die TV-Aufsicht gegen Fox News. Die Independent Television Commission könnte Fox jetzt die Lizenz entziehen. Da Murdoch aber auch die britische Presse beherrscht (Times, Sun et cetera), ist damit kaum zu rechnen. Im arabischen Raum konnte Abu-Dhabi-TV dem Konkurrenten Al Dschasira den Rang ablaufen. 70 Reporter lieferten Material, das von 120 Sendern weltweit übernommen wurde. Abu Dhabi TV setzt weniger auf Sensationen und recherchiert im Irak mit einheimischen Reportern. Weniger erfolgreich war der Satellitensender Al Arabia, der ebenfalls aus Dubai stammt. Al Arabia zieht jetzt aber einen Joker aus der Tasche: Said El-Sahhaf. Der irakische Informationsminister wurde in der arabischen Welt unverhofft zum Superstar. Er hatte noch von der Niederlage der Amerikaner gesprochen, als diese bereits in Bagdad waren. Jetzt soll er eine Talkshow bei Al Arabia moderieren.

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