Geisterhand

Der Nachfolger der volkssportigen Kurzmitteilung „SMS“ namens „MMS“ (Multimedia Message Service) dürfte ja aus der Werbung bekannt sein. Obwohl ich selbst es überflüssig finde, mit einem Handy ein Foto zu knipsen, es mit einem Tüdelüdelü-Ton zu veredeln und anschließend zu versenden, so wächst die Fangemeinde zusehends. Nachteil diese Technologie war jedoch bisher, daß nur entsprechende Handies diese auch empfangen konnten. Alternativ bot sich der Weg über E-Post an. Die Lösung für dieses Dilemma bietet jetzt eine Kooperation zwischen Vodafone und der Deutschen Post. So kann man seine mit Foto versehenen MMS zentral ausdrucken und anschließend als konventionelle Postkarte per Schnecken-Post (Snug-Mail) versenden lassen. Klingt erstmal genauso überflüssig wie die gesamte MMS-Thematik, eröffnet jedoch bei der Versendung der alljährlichen Urlaubsgrußarie völlig neue Dimensionen, da dieser Dienst auch im europäischen Ausland wie von Geisterhand funktionieren soll. So kann man also den Schnappschuß vom FKK-Strand, die heiße Urlaubsbekanntschaft oder die erste Sandburg des Filius schneller und zuverlässiger in heimische Gefilde senden, bei Preisen zwischen voraussichtlich 1,99 und 2,49 Euro sogar relativ preiswert (Fotoentwicklung, Karte und Porto inklusive). Da die SMS-Sprache immer mehr um sich greift, so daß sogar schon eine britische Schülerin einen Schulaufsatz in kryptische Abkürzungen faßte, solltet Ihr Euch jedoch beim nächsten empfangenen Urlaubsgruß über ein „ASch,DE“ (Alles Scheiße, Deine Elli) nicht wundern, meint Euer ErSter

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