Joachim Kuhs

 

Alkoholiker

Einhundert Millionen Euro zahlen wir für den Wiederaufbau. Den Wiederaufbau unseres Landes? Nein – für den Irak. Als hätten wir in Deutschland keine eigenen Sorgen. Während sich die US-Streitkräfte mit einem Guerillakrieg konfrontiert sehen, sollen wir ihre Fehler korrigieren. Skurril, daß die Bundesregierung dies tut, nachdem sie sich so tapfer den Weltmachtplänen des amerikanischen Präsidenten widersetzt hat. Es kommt noch besser: 1,7 Millionen Euro fließen in die Beseitigung von Landminen. Eigentlich ist das natürlich eine positive Initiative. Niemand soll von Minen verstümmelt leben müssen. In einer Pressemitteilung heißt es dazu: „Sowohl die Ausbildung von qualifiziertem Personal zur Minen- und Kampfmittelbeseitigung als auch die Räumung dieser Hinterlassenschaften aus vielen Konflikten im Südirak soll mit diesem Geld finanziert werden.“ Da wundern wir uns schon angesichts einer Phoenix-Dokumentation von 2001 über Walter Krohn. Der 73jährige Forstingenieur hat eine Fräse aus der Landwirtschaft umgebaut und gepanzert. Damit ist es ihm gelungen, eine ganze Stadt in Mosambik zur minenfreien Zone zu machen. Dort wird er als Held gefeiert. Doch die Bundesregierung ist an der Schaffung von Arbeitsplätzen in Deutschland nicht interessiert. Krohn ist pleite. Trotzdem unterstützt die Bundesregierung Himmelfahrtskommandos der Uno, die im Schnitt jeden dritten Tag ein Todesopfer fordern. Steht AA also doch für Anonyme Alkoholiker statt für Auswärtiges Amt?

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