Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Wider die nachkonziliaren Wirren

Sechsundzwanzig Ausgaben sind bislang von Pro Missa Tridentina, dem „Rundbrief der Laienvereinigung für den klassischen römischen Ritus in der Katholischen Kirche“, erschienen. Wichtigstes Anliegen der Zeitschrift und der Laienvereinigung, deren 2. Vorsitzender Wolfgang Graf Waldstein, Professor für Römisches Recht und Mitglied der Päpstlichen Akademie für das Leben ist, ist der Kampf um die Rückkehr des überlieferten heiligen Meßopfers in die Katholische Kirche, das 1970 als Ergebnis des Zweiten Vatikanischen Konzils der Liturgiereform Pauls VI. zum Opfer fiel. Die Bischöfe und Priester, die dennoch an der Tridentinischen Liturgie festhielten, wurden als „Schismatiker“ gebrandmarkt und des „Ungehorsams“ gegenüber Rom bezichtigt, Weihbischöfe wurden gar exkommuniziert. In einer Zeit, in der über 80 Prozent der Katholiken zwischen der Heiligen Messe und protestantischen Abendmahlsfeiern keinen Unterschied mehr sehen, die Deutsche Bischofskonferenz „Richtlinien für interreligiöse Gottesdienste“ erläßt, die der mißverstandenen „Toleranz“ und dem Synkretismus Tür und Tor öffnen, und auf den berüchtigten Assisi-Treffen auch die letzten Inhalte des christlichen Glaubens zu Schleuderpreisen ausverkauft werden, mögen manche den Widerstand gegen die nachkonziliaren Wirren für sinnlos halten. Tatsächlich kommt dieser Widerstand in den großen Medien nicht vor- eine löbliche Ausnahme ist die FAZ, die diese Thematik immerhin sporadisch beleuchtet. Über allerlei modernistische „Kirchenvolksbegehren“ und „Kirche von unten“-Initiativen, die eifrig daran arbeiten, den Notstand noch weiter zu vergrößern und die Krisenzeit zu verlängern, wird hingegen in voller Breite berichtet. Um so wichtiger ist es, daß auch die dem alten Ritus verbundenen Gegenstimmen zu Gehör kommen. Speziell in Deutschland sind die Berührungsängste gegenüber dem klassischen römischen Ritus besonders stark. So wurde zum Beispiel einer Wallfahrergruppe vom zuständigen Pfarrer kürzlich verwehrt, am Grab des heiligen Bonifatius in Fulda eine Messe im vorkonziliaren alten Ritus zu feiern, weil dies „ein Präzedenzfall“ sein könnte. Andererseits zelebrierte der gelegentlich als Nachfolger von Johannes Paul II. genannte Kardinal Castrillón Hoyos, der Präfekt der Kleruskongregation und Präsident der päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei“, am 24. Mai, dem Gedenktag „Maria, Helferin der Christen“, in der Basilika von Santa Maria Maggiore in Rom die traditionelle Messe des heiligen Pius V. vor 3.000 traditionsverbundenen Katholiken aus verschiedenen Ländern. Zum ersten Mal seit über 30 Jahren wurde in einer Papstbasilika – in Santa Maria Maggiore liegt Pius V. begraben, nach dem das Meßbuch für den klassischen römischen Ritus benannt ist – von einem Kurienkardinal die alte lateinische Messe gefeiert. Historisch erinnerte das Datum an die Anrufung der Muttergottes gegen den Ansturm der Türken und den großen Sieg in der Seeschlacht von Lepanto im Jahre 1571, der das christliche Abendland rettete. Anschrift: Monika Rheinschmitt. Fraschstr. 6, 70825 Korntal. Internet: www.pro-missa-tridentina.de

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