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Krise beim Magazin: „Spiegel“ in Not: Print-Abos fallen auf 190.000

Krise beim Magazin: „Spiegel“ in Not: Print-Abos fallen auf 190.000

Krise beim Magazin: „Spiegel“ in Not: Print-Abos fallen auf 190.000

Verlagshaus in Hamburg: Immer weniger Menschen wollen den „Spiegel“ lesen.
Verlagshaus in Hamburg: Immer weniger Menschen wollen den „Spiegel“ lesen.
Verlagshaus in Hamburg: Immer weniger Menschen wollen den „Spiegel“ lesen. Foto: picture alliance / Markus Mainka
Krise beim Magazin
 

„Spiegel“ in Not: Print-Abos fallen auf 190.000

Der „Spiegel“ kämpft mit Leserschwund. So wenige wie noch nie haben die Druck-Ausgabe abonniert. Die Digital-Abos können den Absturz nicht auffangen. Und an einer anderen Front sieht es richtig düster aus.
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HAMBURG. Die Zahl der Abonnenten der Druckausgabe des Magazins Spiegel ist im dritten Quartal 2025 auf 190.100 gefallen. Damit liegt sie erstmals unter 200.000. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Rückgang um 9,2 Prozent oder 19.300 Stück. Das geht aus internen Zahlen des Verlags hervor, über die das Medienmagazin Kress pro berichtet.

Die Zahl der Digitalabonnements stagniert dagegen und kann den Verlust beim gedruckten Heft nicht auffangen: 263.300 Abonnenten bedeuten nur einen minimalen Zuwachs von 0,4 Prozent oder 1.100 Abos.

Insgesamt verlor der Spiegel somit innerhalb eines Jahres 18.200 Abonnenten. Gerechnet auf die Gesamtzahl aller Bestellungen des Magazins bedeutet dieses innerhalb eines Jahrs einen Verlust von vier Prozent an Stammlesern.

„Spiegel“-Verkauf am Kiosk bricht ein

Auch im Einzelverkauf, also am Kiosk, gingen die Einnahmen im dritten Quartal deutlich zurück. Kress pro nennt die Zahl von 15,2 Millionen Euro. Dies seien 4,5 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2024. Nach Informationen der JUNGEN FREIHEIT sank der Verkauf der Hefte von 97.829 auf 88.401. Das entspricht einem Minus von 9.428 Stück oder 9,6 Prozent.

Im vierten Quartal kam es zu einem weiteren herben Einbruch. In den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres verkaufte der Spiegel durchschnittlich nur noch 79.539 Exemplare im Einzelhandel – 18.290 weniger als im dritten Quartal 2024.

Bedrohlich wird für den Spiegel die Lage beim zum Verlag gehörenden Manager Magazin. Dort drohten, so Kress pro unter Bezug auf interne Quellen, „deutliche Verluste, weil das Anzeigengeschäft eingebrochen ist und eine hohe sechsstellige Summe fehlen soll“.

Rest-Urlaubs-Verbot für Mitarbeiter

Die Krise in dem Verlagshaus trifft auch die Mitarbeiter. Die Geschäftsleitung verpflichtete sie bereits im ersten Halbjahr 2025 darauf, den Jahresurlaub komplett in einem Jahr zu nehmen und keinen Resturlaub im nächsten Jahr zu nehmen. Dadurch mußte der Verlag für die Bilanz 2025 keine hohen Rückstellungen in Millionenhöhe bilden, „wie dies bei einem Übertrag von Urlaubstagen sonst notwendig ist“, schreibtcder Mediendienst.

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Damit habe man die Bilanz 2025 um eine Summe von 2,5 Millionen bis drei Millionen Euro aufhübschen können. Durch Auflösungen von Rückstellungen sei man bereits 2024 so verfahren, und habe mit dem Einmaleffekt die Bilanz um drei Millionen Euro verbessert.

Im Jahr 2024 hatte die Spiegel-Gruppe einen Umsatz von 255,2 Millionen Euro und einem Gewinn von 26,5 Millionen gemacht. Für das abgelaufene Jahr dürften die Zahlen weit schlechter ausfallen. (fh)

Verlagshaus in Hamburg: Immer weniger Menschen wollen den „Spiegel“ lesen. Foto: picture alliance / Markus Mainka
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