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Das ZDF widmet sich in einer Dokumentation dem Thema Jugendgewalt - mit schrägen Interpretationen (Symbolbild) Foto: picture alliance / Photoshot | -
Das ZDF widmet sich in einer Dokumentation dem Thema Jugendgewalt – mit schrägen Interpretationen (Symbolbild) Foto: picture alliance / Photoshot | –

ZDF-Doku über Jugendgewalt
 

Ausweichmanöver um den rosa Elefanten

Wenn ein öffentlich-rechtlich produzierter Dokumentarfilm über Jugendkriminalität ankündigt, er begebe „sich mithilfe von Experten auf die Suche nach Ursachen und Lösungen“, ist Skepsis angesagt. Passen doch viele der täglichen „Einzelfälle“ der von Jugendlichen verübten Gewalttaten und Verbrechen so gar nicht ins dort gerne gemalte Bild von der Bereicherung durch zugewanderte junge Männer aus der arabischen Welt.

Eine schonungslose Analyse wagt der Zuschauer bei dem Thema also kaum zu erwarten. Was die ZDFinfoDoku „Außer Kontrolle – Jugendgewalt in Deutschland“, die der Sender am 18. Juli um 20.15 Uhr erstmals ausstrahlen wird, an Verrenkungen, Interpretationskunststücken und Augenwischerei betreibt, übersteigt allerdings die schlimmsten Befürchtungen.

Obgleich der Film mit den Krawallen durch die sogenannte Partyszene von Stuttgart beginnt, wird die Problematik der Ausländerkriminalität – man kann es nicht anders sagen – geradezu weggelogen. Statt sie direkt anzusprechen, wird auf die Belastungen hingewiesen, die die Einschränkungen durch die Corona-Regeln bedeuten.

Experten können über Jugendgewalt nur rätseln

Der Hinweis ist natürlich nicht falsch; ganz im Gegenteil sogar. Bemerkenswert ist dabei aber, daß den Krawallen und Plünderungen der größtenteils migrantischen Jugendlichen mit viel Einfühlungsvermögen begegnet wird.

Geradezu groteske Züge nimmt der rund 44minütige Beitrag an, wenn erwähnt wird, daß die Kriminalität unter Jugendlichen bis 2015 seit Jahrzehnten rückläufig gewesen sei. Darüber, warum sich dieser Trend ausgerechnet im magischen Jahr von Angela Merkels „Grenzöffnung“ so dramatisch gedreht habe, können die befragten Experten angeblich nur rätseln.

Dirk Bayer von der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaft vermutet als Ursachen für den „signifikanten Anstieg“ der Jugendkriminalität „mehrere Faktoren“. Zum einen würden sich die „Zukunftsperspektiven von jungen Menschen allmählich wieder verschlechtern“. Ein anderer Punkt ist aus seiner Sicht, „daß wir ein raueres gesellschaftliches Klima haben“; daß wir, so führt er aus, „einige Exponenten weltweit“ sehen würden, „die sich selber aggressiv durchsetzen; sehr egoistisch auftreten“. Das seien „Vorbilder, denen Jugendliche nacheifern“.

Die Verdrängung wird immer schräger

Um den rosa Elefanten im Raum noch großräumiger zu umfahren, wirft die Doku dann einen Blick zurück auf die „Halbstarken“ der 1950er Jahre. Analog zu den heutigen event-orientierten Jugendlichen sei diesen damals nachgesagt worden, daß sich unter ihnen viele „Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten“ befinden würden.

Aus Sicht der Bevölkerung also Fremde „ohne Anstand und Moral“, heißt es in der ZDF-Zeitreise auf der Flucht vor der Wahrheit von heute. Die Macher des Films sehen darin: „ein Muster – Kriminalität und fremdenfeindliche Erklärungen.“

Die Forschung zeige, so behauptet der Film, daß Zuwanderer nicht krimineller seien als Einheimische. Die Quintessenz der ZDFinfo-Dokumentation ist somit wenig überraschend: Nicht die Herkunft der Jugendlichen, sondern die Umstände, in denen sie aufwachsen, entschieden darüber, ob sie kriminell werden.

Daß zu den Umständen, in denen jemand aufwächst, auch die Kultur des Elternhauses ganz entscheidend beitragen dürfte, wollen weder die Journalisten noch die von ihnen befragten Experten offen ansprechen. Auch das war durchaus zu erwarten. Spannend ist beim Ansehen der Reportage, welche immer schräger werdenden Pirouetten das Regierungsfernsehen mittlerweile schlagen muß, um unangenehme Wahrheiten zu vermeiden.

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„Außer Kontrolle – Jugendgewalt in Deutschland“ läuft  am Sonntag, den 18. Juli, um 20.15 Uhr auf ZDFinfo und ist bereits jetzt in der ZDF-Mediathek zu sehen. 

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