Schiedsrichter zeigt die Gelbe Karte (Symbolbild): Der kurdisch geprägte Verein FC Rojkurd aus Hessen muß eine Strafe für die Herabwürdigung eines Schiedsrichters zahlen
Schiedsrichter zeigt die Gelbe Karte (Symbolbild): Der kurdisch geprägte Verein FC Rojkurd aus Hessen muß eine Strafe für die Herabwürdigung eines Schiedsrichters zahlen Foto: picture alliance / Laci Perenyi

Sportgericht Hessen
 

„Antideutsche Diskriminierung“: Kurdischer Fußballverein verurteilt

LIMBURG. Das Kreissportgericht im hessischen Limburg hat den kurdisch geprägten Fußballverein FC Rojkurd (FCR) für die „antideutsche Diskriminierung“ eines Schiedsrichters bestraft. Für die Herabwürdigung erhielten sie drei Punkte Abzug und eine Geldstrafe in Höhe von 200 Euro, wie der kicker berichtet.

Der Verein soll demnach unzufrieden mit der Spielführung des Schiedsrichters gewesen sein und diesen nach dem Abpfiff als „Anhänger der AfD“ bezeichnet haben. Zudem sei ihm zugerufen worden, er werde nun wohl nach Hause fahren, „Kartoffeln fressen“.

Das Gericht rügte insbesondere die Behauptung, der Unparteiische sympathisiere mit der AfD. Dieser hatte den Vorwurf bestritten. „Durch diese Aussage, und davon ist das Sportgericht überzeugt, unterstellt der Rufer dem Schiedsrichter, daß er rassistische, rechtsradikale Positionen vertritt, oder gar ausländerfeindlich ist“, heiße es in dem Urteil.

Die Aussage, er werde „Kartoffeln fressen“ richte sich in beleidigender Weise gegen ihn als Deutschen. Der Schiedsrichter beklagte, vor allem, daß er in die Nähe der AfD gerückt worden sei, habe ihn sehr verletzt.

Vereinsvorstand: Sind selbst Opfer von Diskriminierung

Der FCR kritisierte das Urteil, das er für „stark übertrieben“ hält. „Es war das erste Mal, daß bei uns etwas passiert ist, noch dazu etwas, das wir nicht verantworten konnten. Ja, es hat jemand Mist gebaut. Ja, vermutlich ist derjenige auch unserer Seite zuzuordnen, aber ich will festhalten: Es kam nicht von einem unserer Spieler oder Betreuer“, sagte der Vorstand, Velat Cavus. Er könne nicht für jeden haften, der aussehe wie er.

Überdies seien er und sein Verein selbst Opfer von Diskriminierung. „Ich lebe seit 25 Jahren in Deutschland, aber was ich in den letzten drei Monaten an Rassismus erfahren habe, habe ich so zuvor nicht gekannt.“ Die besagten Äußerungen des FCR seien vergleichsweise harmlos. (zit)

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