Schwangerschaft
Schwangerschaft: Mehr Frauen treiben wieder ab Foto: picture alliance / dpa Themendienst

Schwangerschaftsabbruch
 

Zahl der Abtreibungen wieder gestiegen

WIESBADEN. Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche hat im vergangenen Jahr wieder zugenommen. Laut statistischem Bundesamt gab es 2017 rund 101.200 Abtreibungen. Das waren 2,6 Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahr. 2016 war die Zahl die Abtreibungen um 0,5 Prozent gesunken.

In 96 Prozent der im Vorjahr gemeldeten Fälle wurde die Tötung des Embryos nach der Beratungsregelung vorgenommen. Vier Prozent der Frauen trieben wegen einer kriminologischen (wie zum Beispiel eine Vergewaltigung) oder medizinischen Indikation ab.

Linke Parteien fordern Abschaffung von Paragraph 219a

Rund drei Viertel (72 Prozent) der Frauen waren zum Zeitpunkt des Eingriffs zwischen 18 und 34 Jahre alt, 17 Prozent zwischen 35 und 39. Knapp acht Prozent waren älter als 40 und rund drei Prozent unter 18 Jahre.

Im vierten Quartal 2017 waren rund 24.300 Abtreibungen gemeldet worden. Das entsprciht einem Anstieg von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Unterdessen fordern Teile der SPD, Grüne und Linkspartei die Abschaffung des Paragraphen 219a des Strafgesetzbuches, der die Werbung für Abtreibungen verbietet. Anlaß für die Diskussion war eine Geldstrafe, die im November 2017 gegen die Gießener Ärztin Kristina Hänel verhängt worden war. Hänel hatte über einen Verweis auf ihrer Webseite über Abtreibungsmöglichkeiten informiert. (ls/krk)

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