Politische Korrektheit

Ein Stück Othellotorte, bitte!

„Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?“ „Niemand!“ „Und wenn er kommt?“ „Dann nennen wir ihn um!“ Gesagt, getan. Das Lübecker Traditionscafé Niederegger ist ab sofort wieder rassismusfrei. Das Unternehmen gab via Hamburger Abendblatt Entwarnung. Die „Mohrenkopftorte“ heißt nun „Othellotorte“, die angebotenen Negerküsse schlicht „Othello“.

Es habe in der Vergangenheit immer wieder mal Beschwerden wegen des Namens gegeben, sagte eine Firmen-Sprecherin. Grund zum Handeln sah man bei Niederegger aber offenbar nicht. Bis sich Susanne Schroeder im August an der Namensgebung störte. Die Lehrerin aus Hamburg schrieb in einer E-Mail an das Café, der Name Mohrenkopftorte sei doch nun wirklich längst überholt. „Ich denke, es lohnt sich, dafür zu kämpfen, alltagsrassistische Bezeichnungen aus dem allgemeinen Sprachgebrauch zu entfernen“, gab die Pädagogin zu bedenken.

Zuerst wollte Nideregger nicht auf die Forderung nach einer Namensänderung eingehen, schließlich wurde das Backwerk bereist seit mehr als 50 Jahren als „Mohrenkopftorte“ angeboten. Dann ließ sich das Café aber doch überzeugen. Laut der Unternehmens-Sprecherin seien nicht alle Kunden über die Namensänderung glücklich. Manche fänden das mit der politischen Korrektheit auch übertrieben. Dennoch werde Niederegger aber beim neuen Namen bleiben, versicherte sie dem Hamburger Abendblatt. (krk)

Kuchenstück der Niederegger Konditorei Lübeck Foto: picture alliance/dpa

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