Islamisierung

Kuwait finanziert Kirchenumbau in Moschee

HAMBURG. Eine frühere Hamburger Kirche wird mit finanzieller Hilfe aus Kuwait in eine Moschee umgewandelt. Das Emirat trägt etwa 40 Prozent der Kosten für den Umbau der ehemaligen evangelischen Kapernaum-Kirche im Stadtteil Horn. Sie belaufen sich voraussichtlich auf 2,5 Millionen Euro. Das im Jahr 2002 entwidmete, aber unter Denkmalschutz stehende Gebäude soll von außen als Kirche erkennbar bleiben, aber innen eine Moschee sein, so der Vorsitzende des islamischen Zentrums Al Nour, Daniel Abdin.

Das Zentrum hatte die ehemalige Kirche im November 2012 erworben. Der Umbau des 1961 errichteten Gebäudes sollte ursprünglich Ende 2014 abgeschlossen sein. Jetzt rechnet Abdin mit der Fertigstellung im kommenden Frühjahr. Die Moscheegemeinde trifft sich bisher in einer Tiefgarage, die jedoch für die rund 700 Besucher nicht ausreicht. Abdin hatte sich mit der Bitte um finanzielle Unterstützung an Kuwait gewandt, weil es sich nach seinen Worten um den demokratischsten Staat in der Golfregion handelt. An die Zuwendung seien keine Bedingungen geknüpft.

„Allah“ am ehemaligen Kirchturm

Am Kirchturm ist bereits der arabische Schriftzug „Allah“ zu lesen. Innen ist eine neue Empore für Frauen errichtet worden. Im Bau ist noch eine Gebetsnische für den Imam. Gebetsrufe des Muezzins werden nicht vom ehemaligen Kirchturm erschallen. Die Umwandlung in eine Moschee hatte in Hamburg großes Aufsehen erregt und Proteste ausgelöst.

Kritisch äußerten sich unter anderen der frühere Hauptpastor an St. Michaelis, Helge Adolphsen, sowie der Vorsitzende der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der „Nordkirche“, Pastor Ulrich Rüß. Heute wäre eine solche Umwandlung nicht mehr möglich, denn im Jahr 2007 ist eine kirchliche Rechtsverordnung in Kraft getreten, die eine Nutzung durch eine nicht-christliche Religionsgemeinschaft mit Ausnahme der jüdischen verbietet. (idea/fl)

 

Die Kapernaum-Kirche in Hamburg soll bald eine Moschee werden (Symbolbild) Foto: picture alliance/Eibner-Pressefoto

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