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Deutsche Ruderin verläßt Olympisches Dorf

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Die Ruderin Nadja Drygalla im deutschen Achter (dritte von vorne) Foto: rudern.de

LONDON. Der Sportdirektors des Deutschen Ruderverbandes (DRV), Mario Woldt, hat sich erleichtert darüber gezeigt, daß die deutsche Ruderin Nadja Drygalla das Olympische Dorf verlassen wird. Die 23 Jahre alte Athletin hatte laut einer Mitteilung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) am Donnerstag Abend angekündigt, aus dem Olympischen Dorf auszuziehen, um keine Belastung für die Olympiamannschaft darzustellen.

Hintergrund sind Berichte einer linksextremen Antifagruppe, nach denen Drygalla eine Beziehung zu einem Mitglied der rechtsextremen Szene Rostocks haben soll. Der Mann hatte unter anderem für die NPD kandidiert und soll Mitglied der Gruppierung „Nationale Sozialisten Rostock“ sein. Den Fall in die Öffentlichkeit gebracht hatte die linksextreme Antifa-Seite „Kombinat Fortschritt“ unter dem Titel: „Mecklenburgische Neonazifreundin bei Olympischen Spielen“. Wer genau hinter dem Projekt steht, ist unklar, da die Seite nicht wie vorgeschrieben über ein Impressum verfügt.

„Ausführliches und intensives Gespräch“

Nachdem mehrere Medien die Geschichte aufgegriffen hatten, entschieden sich der Chef der Mission der deutschen Olympiamannschaft, Michael Vesper und der Sportdirektor des Deutschen Ruderverbands, Woldt, daraufhin, ein „ausführliches und intensives Gespräch“ mit Drygalla zu führen. In diesem bekräftigte die Sportlerin laut dem ehemaligen Grünen-Politiker Vesper glaubhaft, „daß sie sich zu den Werten der Olympischen Charta und den in der Präambel der DOSB-Satzung niedergelegten Grundsätzen bekennt“.

Dennoch habe Drygalla am Ende der Unterredung angekündigt, das Olympische Dorf verlassen zu wollen, um keine Belastung für die Olympiamannschaft entstehen zu lassen. „Die Mannschaftsleitung begrüßt diesen Schritt“, sagte Vesper.

2009 hatte sich der Generalsekretär des DOSB noch gegen eine zu starke Politisierung des Sports ausgesprochen. Im Interview mit Zeit Online pries Vesper das Bild des „mündigen Athleten“, der frei von Sprachregelungen seine Meinung sagen dürfe.

Der DRV-Vorsitzender Siegfried Kaidel kündigte an: „Wir werden nach den Olympischen Spielen noch im August ein weiteres Gespräch mit Nadja Drygalla führen. Danach werden wir gemeinsam die weitere Vorgehensweise besprechen und natürlich auch kommunizieren.“ (krk)

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