Kirchensteuern steigen erneut Foto: picture alliance/BeckerBredel
Trotz Mitgliederrückgangs

Kirchensteuereinnahmen steigen erneut

BONN/HANNOVER. Trotz Mitgliederrückgangs haben die beiden großen Kirchen in Deutschland im vergangenen Jahr einen neuen Kirchensteuerrekord erzielt. Sie erhielten zusammen rund 12,4 Milliarden Euro. Das ist im Vergleich zu 2017 ein Plus von 2,7 Prozent.

Die katholische Deutsche Bischofskonferenz hat ihre Zahlen am 8. August in einer Broschüre veröffentlicht. Demnach lag das Aufkommen bei ihr im vergangenen Jahr bei 6,64 Milliarden Euro (plus 3,3 Prozent gegenüber 2017). Die EKD hatte ihre Statistik bereits im Juli vorgelegt. Die Kirchensteuereinnahmen der 20 evangelischen Landeskirchen betrugen 5,79 Milliarden Euro (plus 2,1 Prozent). Ursache für den Zuwachs ist die gute Konjunktur und damit das steigende Aufkommen an Lohn- und Einkommensteuer. Daran gekoppelt ist die Kirchensteuer (je nach Bundesland acht oder neun Prozent der Lohn- und Einkommensteuer).

Bis 2060 droht Halbierung der Einnahmen

Die EKD hatte laut ihrer Statistik Ende vergangenen Jahres 21,1 Millionen Mitglieder, 395.000 weniger als 2017. Die katholische Kirche verzeichnete 23 Millionen Mitglieder, rund 309.000 weniger als 2017. Damit gehörten Ende 2018 noch 53,2 Prozent der 83 Millionen Einwohner in Deutschland einer der beiden Großkirchen an.

Laut der EKD hat der Mitgliederrückgang derzeit noch keine sichtbaren Auswirkungen auf die finanzielle Situation. Aber bis 2060 würden sich gemäß der Projektion des Forschungszentrums Generationenverträge der Universität Freiburg die Mitgliederzahlen und die finanziellen Möglichkeiten der beiden Kirchen halbieren. Die katholische Kirche verliere aufgrund stärkerer Zuwanderung aus dem Ausland „geringfügig“ weniger Mitglieder als die evangelische, so die EKD. (idea/tb)

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