Für das freie Wort

Das von der Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft e.V. (SWG) einmal jährlich herausgegebene Deutschland-Journal beschäftigt sich in seiner jüngsten Ausgabe (Kleine SWG-Reihe: Heft 78) unter anderem mit der „Umerziehung der Deutschen als Teil der Psychologischen Kriegführung“, der „Einschätzung der Rolle der UdSSR am Vorabend und zu Beginn des Zweiten Weltkriegs“ sowie mit der Situation in Afghanistan. Bereits in seinem Geleitwort macht Menno Aden, der neue Vorsitzende der SWG, deutlich, daß die SWG und das Deutschland-Journal als „konservativ-patriotische Meinungsträger“ sich der herrschenden politischen Korrektheit und dem linken Meinungsdruck nicht beugen. Man wolle vielmehr für das „freie Wort in einem freien blühenden Vaterland“ eintreten und für „Gedankenfreiheit und aufrechten Gang“ in Deutschland streiten.

In dieser Hinsicht ist man in der Russischen Föderation offensichtlich weiter als bei uns. Dort diskutieren Geschichtswissenschaftler, Politiker und Militärs offen über jene Ereignisse, die zum Zweiten Weltkrieg führten und bei denen vor allem die Westmächte und Polen eine durchaus unrühmliche Rolle spielten. Ebenfalls mit dem Zweiten Weltkrieg befaßt sich der Emerititus Wolfgang Wittkowski. Sein Beitrag rührt an den Tabus der Kriegsstrategie und den Übergriffen der alliierten Sieger mit ihrer Manipulation der Wahrheit sowie an der Fabrikation der „Deutschland-Lüge“ durch Kriegspropaganda und den Nürnberger Prozeß.

Hans-Joachim von Leesen widmet sich der „Re­education“ als Teil der Psychologischen Kriegführung. Diese stieß bereits im Ersten Weltkrieg auf eine ahnungslose deutsche Führung, die sich von dieser Kriegführung, die sie für unanständig und unsoldatisch hielt, überrumpeln ließ. Erst gegen Ende des Krieges gelang es, einige Institutionen der deutschen Gegenpropaganda zu schaffen, die allerdings keine entscheidende Wirkung mehr erzielen konnten.

Ihren Höhepunkt erreichte die Psychologische Kampfführung im Zweiten Weltkrieg, als 1943 die Research and Analysis Branch als Teil des US-Geheimdiensts über 1.200 Offiziere, Psychologen, Psychiater, Politologen, Soziologen und Journalisten rekrutierte, die alle das Ziel der Umerziehung des deutschen Volkes und der Veränderung des Charakters und der Mentalität der deutschen Nation verfolgten.

Darunter befanden sich zahlreiche aus Deutschland emigrierte Politiker und Wissenschaftler wie Herbert Marcuse, der später eine führende Rolle als Theoretiker der 68er-Revolte einnahm, oder Robert Kempner, ein Berliner Jurist, der nach Kriegsende in den Nürnberger Prozessen als Ankläger fungierte. Sie zwangen den Deutschen ein auf der Selbstdemütigung basierendes kulturelles Herrschaftssystem auf, das Elisabeth Noelle-Neumann in dem Satz zusammenfaßte: „Die Siegermächte haben uns den Selbsthaß eingepflanzt.“

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