Jedes Leben ist zu achten

Rückendeckung von theologisch konservativen Protestanten und CDU-nahen Lebensrechtlern hat jetzt der wegen umstrittener Äußerungen in die Kritik geratene Bischof des katholischen Bistums Augsburg, Walter Mixa erhalten, der die Zahl der Holocaust-Opfer mit der millionenfachen Abtreibung in Deutschland in Verbindung gebracht hatte.

In einer Rede beim politischen Aschermittwoch der CSU im mittelfränkischen Dinkelsbühl hatte sich der 67jährige Mixa von dem der traditionalistischen Piusbruderschaft angehörenden Bischof Richard Williamson, der in einem Fernsehinterview das Ausmaß des Holocaust geleugnet hatte, distanziert. Mixa bezeichnete den Mord an über sechs Millionen Juden als „entsetzliches und absolut singuläres Verbrechen“ und betonte die Verpflichtung, Leben und Menschenwürde jedes Einzelnen zu achten. Ferner hatte er darauf hingewiesen, daß es auch in der Gegenwart Verbrechen gegen das Leben in unvorstellbarem Ausmaß gebe, und dabei die Zahl der Abtreibungen von neun Millionen in den letzten dreißig Jahren genannt.

Aufgrund eines verkürzten Zeitungsberichts (Fränkische Landeszeitung: „Bischof relativiert Holocaust“) warfen der Zentralrat der Juden in Deutschland und der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma Mixa eine Verharmlosung des Holocaust vor. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, forderte Mixa zu einer Klarstellung auf.

Diese Reaktionen stoßen bei der evangelischen Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern auf Unverständnis. Mixa habe auf historische wie aktuelle Verbrechen hingewiesen, ohne sie gleichzusetzen, sagte der Vorsitzende Andreas Späth gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Seiner Ansicht nach muß es „Entsetzen hervorrufen, daß es im deutschen Volk nach den Erfahrungen des Holocaust auch heute wieder möglich ist, mit hoher gesellschaftlicher Akzeptanz massenweise Menschen zu töten“.

Der Vorsitzende der bayerischen Christdemokraten für das Leben (CDL), Manfred Libner, dankte Mixa für seine klaren Worte zum Tabuthema Abtreibung. Unerträglich sei nicht der Hinweis auf neun Millionen Opfer staatlich subventionierter Abtreibung, wie es Mixas Kritiker darstellten, sondern die Tatsache, daß so viele ungeborene Kinder getötet wurden. Daraus müßten Konsequenzen beim Schutz des Lebens gezogen werden, anstatt Mixa mit ungerechtfertigter Kritik zu überziehen.

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