Enorme Verluste allüberall

Die zweimonatlich im Pabel-Moewig Verlag erscheinende Zeitschrift Militär & Geschichte – Untertitel: „Bilder – Tatsachen – Hintergründe“ – befaßt sich in ihrer aktuellen Ausgabe (April/Mai 2009) als Schwerpunktthema mit dem Deutschen Volkssturm: „Das letzte Aufgebot 1944/45“. Ursprünglich als eine Art Partisanenarmee aller Männer zwischen 16 und 60 Jahren geplant, wurde der Volkssturm im Endkampf um das Reich zur Hilfstruppe der Deutschen Wehrmacht. Zum Schluß versuchte er jedoch nur noch die infanteristischen Lücken an allen Fronten zu schließen, was zu enormen Verlusten des militärisch völlig ungenügend ausgebildeten und ausgerüsteten Volkssturms führte.

Zwar hatte Hitler dem Gedanken einer Volksbewaffnung seit den Tagen von Ernst Röhm eher ablehnend gegenübergestanden, doch war die militärische Lage des Reiches, nachdem die Amerikaner auch das West­heer in der Normandie bis auf geringe Reste zerschlagen hatten, mehr als verzweifelt. Daher verkündete Himmler am 18. Oktober 1944, dem symbolträchtigen Jahrestag der Völkerschlacht von Leipzig, die Aufstellung von Volkssturm-Bataillonen im ganzen Reich. Im stark bedrohten Ostpreußen gelangte der Volkssturm zu seinen ersten Einsätzen, unter anderem half er bei der Abwehr eines sowjetischen Vorstoßes auf Memel. Achtenswert kämpften Volkssturmverbände nach einer Meldung des Oberkommandos der 4. Armee vom 26. Januar 1945 auch in Deutsch-Eylau, Labiau und anderen Ortschaften entlang der Deime und des Pregel. Am Ende des Krieges betrug die Zahl der vermißten Volkssturm-Männer insgesamt 175.000 von 650.000, die in 175 Bataillonen gegen die Deutschland überflutende Rote Armee kämpften.

Mit dem Kampf um Deutsch-Südwest in den Jahren 1904 bis 1908 beschäftigt sich ein weiterer Beitrag im Sonderteil des Heftes. Die Niederschlagung des Herero-Aufstands durch den von Kaiser Wilhelm II. zum Oberstkommandierenden ernannten Generalleutnant Lothar von Trotha erregte im Reichstag von seiten der Sozialdemokraten und des Zentrums sowie von Teilen der Presse massiven Protest. General von Trotha wurde schließlich abberufen. Doch führte der anschließende drei Jahre dauernde Krieg gegen die Nama bei der Deutschen Schutztruppe zu noch höheren Verlusten als der Herero-Feldzug, da er sich zu einem regelrechten Partisanenkrieg entwickelte.

Eine der letzten Unternehmungen war der durch die Erzählung von Hans Grimm legendär gewordene Zug des Hauptmanns Friedrich von Erckert gegen die Khauashottentotten unter deren Häuptling Simon Copper. Dadurch war Deutsch-Südwestafrika zwar befriedet, doch kamen schätzungsweise 75.000 Herero und Nama (80 Prozent der Herero und bis zu 50 Prozent der Nama) dabei ums Leben. Der finanzielle Aufwand für den Krieg betrug eine halbe Milliarde Goldmark, was heute etwa zehn Milliarden Euro entspricht.                               

Anschrift: Pabel-Moewig Verlag. Karlsruher Str. 31, 76437 Rastatt. Das Einzelheft kostet 3,20 Euro, das Jahresabo 21,60 Euro. Internet: www.militaer-und-geschichte.de

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