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Das Erdgeschoß der Kultur

Die im 40. Jahrgang erscheinende Katholische Monatsschrift Der Fels (Untertitel: „Katholisches Wort in die Zeit“) befaßt sich in ihrer aktuellen Ausgabe (August/September) unter anderem mit der Botschaft der Sozialenzyklika „Caritas in Veritate“ (Liebe in Wahrheit, JF 30/09) Benedikts XVI. im Horizont von Evangelium und Naturrecht. Auffallend war einmal mehr die „reflexhaft feindselige Aufnahme der Papst-Worte“ in der Leitglosse der FAZ, in der Daniel Deckers von „Soziallehre als katholisches Selbstgespräch – ein Trauerspiel“ sprach. Dieser Einschätzung durfte die Süddeutsche Zeitung unter der Überschrift „Der weltfremde Papst“ natürlich nicht nachstehen.

Wohltuend sachlich waren hingegen die Beiträge in der Deutschen Tagespost und im Rheinischen Merkur, deren Autoren sich auf die „Eigenart der theologisch-philosophischen Argumentation des Papstes“ einließen und damit einen eindeutigen Kontrapunkt setzten. Während man bei den einen offenbar weder verstehen will noch kann, daß sich „ohne eine „kulturethische Grundlegung nichts, aber auch gar nichts über eine dem Menschen dienliche Wirtschaft aussagen läßt“, sieht die traditionelle katholische Soziallehre, wie es Oswald von Nell-Breuning einmal treffend formuliert hat, in der Wirtschaft das „honorige Erdgeschoß der Kultur“. Und hat damit von der heutigen Welt und den Ursachen der Wirtschaftskrise wohl mehr verstanden als all jene anderen neunmalklugen Kommentatoren.

In seinem Essay „Alles Glück ist Liebe“ schreibt Jürgen Liminski über „die neue Glücksdiskussion und ihre Defizite“ und über „Familie als Wiege sowie Wahrheit, Freiheit und das Gute als Ziele des Glücks“. Zwar konzediert der Autor, daß es je nach Fachgebiet und Schule unterschiedliche Definitionen von Glück gibt, und in der Tat waren die Ansichten, worin das Glück nun wirklich besteht, wohl schon immer geteilt. So sammelte der römische Gelehrte Terentius Varro 288 Definitionen von Glück, und die 1995 erschienene „Biography of Happiness“ enthält mittlerweile mehr als 2.500 Untersuchungen über das Glück. Der große Pädagoge und Heilige Don Bosco bezeichnete indes „die Liebe als Kernelement des Glücks“, für den Kirchenlehrer Augustinus hat Glück zudem noch mit der Freude zu tun, „welche die Wahrheit erzeugt“, während der katholische Schriftsteller George Bernanos den Satz prägte: „Seine Freude in der Freude des anderen finden – das ist das Glück.“

Kaum Zukunftsperspektiven für Christen in der Türkei sieht Thomas Krapf und beschreibt in seinem Beitrag „Völkermord, Vertreibung, Enteignung“ das grausame Schicksal der 1,5 Millionen Armenier sowie der 1,5 Millionen Griechen, der 500.000 aramäisch-sprachigen Christen und der etwa 100.000 syrisch-orthodoxen Christen, die Anfang des 20. Jahrhunderts Opfer der Völkermorde im ehemaligen osmanischen Reich wurden. Doch ist auch der Alltag der ca. 100.000 verbliebenen Christen in der heutigen Türkei unerträglich belastend und oft sogar lebensgefährlich.

Anschrift: Fels-Verein e.V., Postfach 1116, 86912 Kaufering.

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