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Alptraum

Tief in der Wildnis der kanadischen Arktis stößt ein Forscherteam um den Biologen David Kruipen (Val Kilmer) im schmelzenden Eis eines Gletschers auf die erstaunlich gut erhaltenen Überreste eines aufgetauten Mammutkadavers. Was die Wissenschaftler, die eigentlich die Auswirkungen der globalen Erderwärmung untersuchen wollen, nicht ahnen: Das prähistorische Tier trägt einen heimtückischen Killer-Parasiten aus grauer Vorzeit in seinem Leib, der mit dem Auftauen wieder zum Leben erweckt wird. Als Kruipens Tochter Evelyn (Martha MacIsaac) mit drei weiteren Studenten und einem Freund ihres Vaters auf der Basisstation eintrifft, ist die längst verlassen, die wenigen Überlebenden des Forscherteams sind, befallen von dem prähistorischen Parasiten, in ein Außenlager geflüchtet. Die Neuankömmlinge finden auf der Station nur den Kadaver eines Eisbären, der nun als Brutstätte für die Larven des Parasiten dient. Doch auch menschliche Körper sind als Wirtstiere sehr begehrt, und so beginnt für die Gruppe ein verzweifeltes Ringen um das eigene Überleben und die Zukunft der gesamten Menschheit …

Das Problem und gleichzeitig Elend des Horrorfilms heute ist sein defizitäres Verständnis vom Kampf uns Dasein, vor allem aber von der Entwicklungsgeschichte der Natur und des Menschen. So ist auch in Mark A. Lewis’ „Frozen“ (The Thaw, 2009) das eigentlich Interessante weniger die zeitgeistige Öko-Thematik (globale Erwärmung) als die völlig unprätentiös geschilderte klaustrophobische Atmosphäre auf der Basisstation, die nicht von ungefähr an John Carpenters „The Thing“ (1982) erinnert.

Überhaupt bedient sich Lewis ungeniert aus dem reichhaltigen Zitatenschatz des Genres – so auch aus dem Unterwasser-Horrorthriller „Leviathan“ (1989), bei dem eine Schiffsbesatzung Opfer von Gen-Experimenten wird, oder aus „Prophecy“ (1978), in dem ein idealistischer Arzt einen Umweltskandal im Indianergebiet aufdeckt und es schließlich mit einem mutierten Industrieabfall-Monster zu tun bekommt. Relativ eng lehnt sich „Frozen“ auch an Eli Roths Horror-Schocker „Cabin Fever“ (2002) an, in dem die infektiöse Bedrohung durch unheilvolles Leben insektenhaft aus den dunklen Wäldern herausbricht.

Die ökologische Sünde der Naturzerstörung ist als auslösendes Moment an die Stelle der Bedrohung durch Außerirdische getreten. Und die Subspezies und Organismen, die sie hervorbringt, führen schließlich zu unserer Selbstzerstörung. Das ist die schlichte wie alptraumhafte Botschaft von Filmen wie „Frozen“.

DVD: Frozen. Etwas hat überlebt. Ascot Elite 2009, Laufzeit: ca. 90 Minuten

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