Wunder der alltäglichen Erfahrung

„Zeitschrift für aktives Bewußtsein, altes Wissen und neue Wege“ nennt sich das seit 1989 zehnmal jährlich erscheinende Magazin Pulsar im Untertitel. Jedes Heft hat ein Schwerpunktthema, in dem religiös-spirituelle, medizinisch-naturheilkundliche, philosophisch-psychologische, politisch-ökologische und esoterische Aspekte angesprochen und vertieft werden. Nach eigenen Angaben versucht man die Leser „für die Wunder der alltäglichen Erfahrung zu sensibilisieren“ und unterstützt „einen verantwortungsbewußten Umgang mit der Natur und den Ressourcen der Erde“. In der Verlagsinformation heißt es dazu weiter: „Pulsar bezieht Stellung gegen Fanatismus, Extremismus und Verallgemeinerungen jeder Art und bekennt sich zu einer Haltung des Respekts und der Achtung vor dem Einzelnen. Statt Katastrophen, Sensationen und Polemik versuchen wir den Blick auf das Positive zu lenken“. Solche Grundsatzerklärungen hören sich zunächst recht nett an. Aber daß sogar eine Esoterik-Zeitschrift es heutzutage für notwendig erachtet, jede Verantwortung gegenüber Mißverständnissen bzw. Anklagen, die aus oberflächlicher, unvollständiger oder voreingenommener Lektüre entstehen könnten, auf diese Weise ablehnen zu müssen, spricht doch für sich. Dabei sind die Themen, welche die Zeitschrift vorgibt, durchaus aktuell. So berichtet Pulsar über den „Agrar-Rebell“ Sepp Holzer, der in der arktischen Region Österreichs, im salzburgischen Lungau, seinen Krameterhof in eine Oase der natürlichen Begegnung mit Flora und Fauna verwandelt hat. Holzer hat dort eine komplexe, alpine Form der Permakultur entwickelt und weiß sogar Rat für die Landwirtschaft in Dürregebieten. Hand in Hand mit der Natur gedeihen seine Obstbäume ohne giftige Spritzmittel, und auch Kartoffeln und Gemüse braucht er nicht durch chemische Präparate vor Schädlingen zu schützen. Sepp Holzer, der die Sprache der Natur besser versteht als die meisten Botaniker und Zoologen, hat das Biobauerntum zur vollen Meisterschaft geführt. Daher lautet sein Motto auch: „Begreifen wir die Natur, und bekämpfen sie nicht!“ Über die Berge und die Natur als „unsere stillen Meister“ liest man in einem weiteren Text. „Jacobsweg und Pilgerschaft durch die Berge als Reise zum inneren Selbst“, das klingt zunächst extrem esoterisch. Es geht jedoch in erster Linie um einen inneren Weg, der zu den Quellen menschlicher Existenz und geistiger Freiheit führen möchte. So beginnt die Pilgerfahrt nach einer Messe bei Pater Placidus im Stift Admont in der Obersteiermark und findet schließlich in der Wallfahrskirche Frauenberg als „großem Kraftplatz“ zu ihrem Ausklang. Vielleicht ist auch dieser demütige Weg zu den höchsten Gipfeln hinauf eine wunderbare Chance, zu einer echten Gotteserfahrung gelangen. Bach Verlag, Wutschdorf 89, A-8072 St.Ulrich. Der Einzelpreis beträgt 3,20 Euro, das Jahresabonnement kostet 35 Euro. Internet: www.pulsar.at

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