Ein deutscher Volksaufstand

Mit mehreren Veranstaltungen zum 50. Jahrestag des Volksaufstandes am 17. Juni 1953 in der DDR wartet die Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Stalinismus in Berlin auf. Zum Auftakt bereits am 22. Mai präsentiert der Autor Jürgen Gruhle eine dreibändige Dokumentation zum Thema Zwangskollektivierung, offener Widerstand und Repressalien in Thüringen. Als Mitveranstalter tritt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Recht und Eigentum (ARE), Manfred Graf von Schwerin, auf. Die 1996 gegründete ARE ist ein Zusammenschluß von Verbänden, Opfern und Entrechteten der kommunistischen Gewaltherrschaft, die sich insbesondere gegen eine bis heute andauernde Fortscheibung des Unrechts aus der Zeit der sogenannten Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone zwischen 1945 und 1949 wenden. Graf Schwerin wird zum aktuellen Stand der Aufarbeitung des LPG-Unrechts sprechen. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Am 12. Juni referiert die Dramaturgin, Regisseurin und Autorin Uschi Otten zum Thema „Bertolt Brecht, Buckow und der 17. Juni“. In ihrem Vortrag will sie aus der Perspektive von Brechts Mitarbeiterinnen und deren Zeugnissen den Lebens- und Arbeitsumständen Brechts in den Monaten vor und nach dem Juni-Aufstand nachspüren. Eine Woche später, am 19. Juni, spricht der Journalist Jörg Bielke, der in den sechziger Jahren als politischer Häftling in der DDR inhaftiert war, über die Reflexion des 17. Juni in der DDR-Literatur. Als zweiter Referent des Abends ist der langjährige Moderator des ZDF-Magazins, Fritz Schenk, angekündigt. Der damalige Sekretär der Staatlichen Plankommission referiert aus der „Innenansicht des Hauses der Ministerien“ über die Ereignisse am 17. Juni. Beginn der Veranstaltung ist ebenfalls um 19 Uhr. Mit einer Filmvorführung im Otto-Suhr-Saal des Stadthauses in Berlin-Mitte endet am 25. Juni die Veranstaltungsreihe der Gedenkbibliothek. Der Autor und Regisseur Dirk Jungnickel zeigt den fünften und letzten Teil seiner Filmreihe „Zeitzeugen“, der die Ereignisse um den 17. Juni 1953 in Görlitz, Leipzig, Jena und Magdeburg thematisiert. Die Grußworte zur Einleitung des Films spricht der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen. Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Stalinismus e.V., Nikolaikirchplatz 5-7, 10178 Berlin, Tel. 030 / 2 83 43 27, Fax: 030 / 28 09 71 93

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