Wunderwerke der Architektur

Angesichts der öden, stil- und charakterlosen Glas- und Betonbauten in unseren Metropolen ist man nur zu allzu leicht geneigt zu vergessen, daß die Architektur nicht allein aus moderner Technik, Wissenschaft und Handwerk besteht, sondern vor allem etwas mit Kunst und Ästhetik zu tun hat. Wer einmal durch ein gut erhaltenes oder liebevoll restauriertes Altbauviertel spaziert, spürt den wohltuenden Unterschied zu dem Beklemmungen verursachenden Anblick moderner Zweckbauten am eigenen Leib. Es gibt jedoch weltweit eine ganze Reihe architektonischer Kunst- und Meisterwerke, die das Herz jedes Betrachters höher schlagen lassen und deren Erhabenheit Zeugnis ablegen von der schöpferischen Kraft menschlicher Baukunst. Dies muß durchaus nicht immer aus schierer Größe rühren. Die kleine Kapelle von Ronchamp in Frankreich mit ihren kühn geschwungenen Mauern und der japanische Byodo-in-Tempel mit seiner eleganten hölzernen Dachkonstruktion verbindet auf wunderbare Weise ästhetische Kraft, inspirierende Spiritualität und meisterliche Baukunst. Im Zeitalter der Miniaturisierung sind es jedoch zumeist die großen Bauwerke, die uns in Erstaunen versetzen, weil sie menschliche Dimensionen übersteigen und oft weit in die Geschichte zurückreichen, wie die ägyptischen Pyramiden, die imposanten Tempel Griechenlands oder das römische Colosseum. Siebzig dieser kühnsten und bedeutendsten Bauwerken werden hier von einer Gruppe führender Architekten, Ingenieure und Architekturhistoriker präsentiert. Vom indischen Taj Mahal, der Alhambra in Granada und dem Potala-Palast im tibetischen Lhasa über die Hagia Sophia in Istanbul, den venezianischen Markusdom und die Kathedrale Notre-Dame in Chartres bis St.Paul’s Cathedral in London, dem Pantheon in Paris und Schloß Schönbrunn in Wien wird die organische Entwicklung der Technik und schöpferischen Kraft der größten Baumeister vorgestellt und erklärt. Neil Parkyn (Hrsg.):Siebzig Wunderwerke der Architektur. Die kühnsten Werke der Baugeschichte und wie sie realisiert wurden. Verlag Zweitausendeins, Franfurt 2002, 303 Seiten, 352 Fotos,, 22,50 Euro

Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
Hierfür wurden keine ähnlichen Themen gefunden.
aktuelles