Klaus-Rüdiger Mai Die Zukunft gestalten wir!

 

Der Priester mit den Wundmalen Christi

Papst Johannes Paul II. hat der Welt Pater Pio (1887-1968) aus Petrelcina bei seiner Heiligsprechung als Vorbild für Gebet und Barmherzigkeit vorgestellt: „Der neue Heilige fordert uns auf, Gott ganz obenauf zu stellen, ihn als unser höchstes und einziges Gut anzusehen“, sagte der Heilige Vater in der Heiligungshomilie von Francesco Forgione, wie der Geburtsname des Kapuzinermönchs mit den Wundmalen Cristi lautet, der am 23. September 1968 mit 81 Jahren gestorben ist. Die versammelten Gläubigen – man schätzte über 300.000 Teilnehmer – wurden auf eine harte Probe gestellt, denn sie waren bei schwülem Wetter einer unerbittlich niederbrennenden Sonne bei 35 Grad im Schatten ausgesetzt; die Organisatoren verteilten Hunderttausende Wasserflaschen, und bei einer Gelegenheit spritzten sie von Tanklastwagen Wasser auf die Menge. Der wichtigste Moment fand um 10.25 Uhr statt, als der Papst auf lateinisch und mit der Gelegenheit angemessener bebender Stimme die Formel aussprach, mit der Pater Pio in das Heiligenregister eingetragen wurde. Pater Pio ist der 462. Heilige, der in der Amtszeit Johannes Pauls II. zur Ehre der Altäre erhoben wurde; er dürfte auch zu den besser bekannten gehören, besonders in Italien. In der ganzen Welt gibt es Gebetsgruppen, die sich von seiner Spiritualität inspirieren lassen. Auf die Frage, was so besonders an Pater Pio gewesen sei, erklärte der päpstliche Hoftheologe Pater Georges Cottier, der neue Heilige sei „der Prototyp des wahren Sohnes des heiligen Franz von Assisi“ gewesen. Pio sei es gelungen, „zwei entscheidende Tugenden wie Armut und Demut zu leben“ und „auf wirksamste Weise die Bedeutung der Eucharistie und der Beichte“ aufzuwerten: „Man muß gemäß der Seligpreisungen leben, das Heil im eucharistischen Leben suchen und auf das Erbarmen Gottes vertrauen.“ Bereits mit 15 Jahren fühlte Francesco Forgione seine Berufung und trat im Januar 1903 ins Noviziat der heimatlichen Kapuziner ein. Fortan führt er den Namen Fra Pio. Im August 1910 wurde er zum Priester geweiht. Am 20. September 1918 geschieht das Unglaubliche: Auf Pater Pios Körper erscheinen plötzlich fünf Wundmale Christi, die ihn zum ersten stigmatisierten Priester in der Geschichte der Kirche machen. Für Pater Pio beginnt eine leidvolle Zeit, denn zu den Schmerzen der Wunden kommen immer wieder kirchlich angeordnete medizinische Untersuchungen und Verleumdungen, er sei ein Schwindler. Zunächst versucht sein Orden, die Geschehnisse geheimzuhalten, doch die Nachricht vom Pater mit den Wundmalen und den seherischen Fähigkeiten verbreitet sich wie ein Lauffeuer, und bald kommen die ersten Pilger nach San Giovanni Rotondo. Auch Papst Johannes Paul II. soll bei einem Besuch im Jahre 1947 mit Pios prophetischer Gabe in Berührung gekommen sein: Er prophezeite dem damals noch jungen polnischen Priester Karol Woytila nicht nur die Wahl zum Oberhaupt der katholischen Kirche, sondern auch das Attentat von 1981. Weitere Informationen im Internet unter www.padre-pio.de

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