Der Unfug der „Studierendenwerke“

Niemand könne gleichzeitig sterben und studieren. Ein Satz wie „Die Bevölkerung beweint die sterbenden Studierenden“ sei völlig unmöglich. Mit diesem Beispiel verdeutlichte der Schriftsteller Max Goldt schon vor Jahren recht eindringlich, warum der Ausdruck „Studierender“ unsinnig ist. Doch die Menschheit scheint nicht schlauer geworden zu sein. Der jüngste Unfug bricht sich Bahn: Die Studentenwerke sollen zu „Studierendenwerken“ werden.

In den grün-rot und rot-grün regierten Ländern Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen verplempern die Wissenschaftsministerien offenbar recht gern ihre Zeit damit, Gängeleien und Sprachmanipulationen vorzubereiten. Beide Bundesländer haben Gesetze beschlossen, mit denen die Studentenwerke in „Studierendenwerke“ umbenannt werden. Zuerst legte Baden-Württemberg im April des vergangenen Jahres mit einer Änderung des Landeshochschulgesetzes vor. Im September folgte dann Nordrhein-Westfalen mit dem „Gesetz über die Studierendenwerke im Land Nordrhein-Westfalen“.

Was als Beitrag zur Geschlechtergerechtigkeit verkauft wird, ist in Wirklichkeit ein Beitrag zur Aufblähung der Verwaltung und zur Steuerverschwendung. Die Genderisten schaffen es wieder einmal, dem Volk das Geld aus der Tasche zu ziehen für etwas, das keiner braucht. Die Kosten für diese unglaublich „wichtigen“ wissenschaftspolitischen Entscheidungen gehen nämlich in die Hunderttausende Euro. Sie werden von den Studentenwerken getragen. Letztlich bezahlen also vor allem die Studenten.

Geld für Genderismus

Die Belastung für die acht Studentenwerke Baden-Württembergs wird auf rund 640.000 Euro geschätzt. „Mit dieser Summe ließen sich 13 Wohnheimplätze bauen oder 80 Studenten ein Jahr lang mit dem Bafög-Höchstsatz fördern“, rechnen die Stuttgarter Nachrichten vor. In Nordrhein-Westfalen sind zwölf Studentenwerke betroffen. Die Kosten dort dürften bei rund einer Million Euro liegen.

Während die baden-württembergischen Studentenwerke das Geldverschwendungsgesetz verhältnismäßig reibungslos umsetzen, rührt sich in Nordrhein-Westfalen jedoch Widerstand. Lediglich das Studentenwerk Essen-Duisburg hat angefangen, wenn auch widerstrebend, sich nach dem Gesetz zu richten.

In Siegen etwa will man die Satzung ändern und den Satz aufnehmen: „Das Studierendenwerk Siegen gibt sich den Namen ‘Studentenwerk Siegen’.“ Auch in Dortmund entschied der Verwaltungsrat des Studentenwerks, den herkömmlichen Namen beizubehalten. Ob das Wissenschaftsministerium diesen Satzungsänderungen zustimmt, ist allerdings noch offen.

Nur ein Zweck: Macht über die Mehrheit ausüben und gut davon zu leben

Die Genderismus-Tretmühle hat erst begonnen. Wenn die „Studierendenwerke“ sich festgesetzt haben, werden eines Tages die „Studentxwerke“ kommen, und so weiter und so weiter. Das Wort „Student“ ist ein Partizip Präsens (lateinisch „studens“) und legt kein biologisches Geschlecht fest.

Bei solchen Umbenennungen kommt es jedoch nicht darauf an, ob sie sprachlich richtig und wirtschaftlich sinnvoll sind. Sie dienen lediglich dazu, einen Herrschaftsanspruch über die Sprache geltend zu machen: Eine Minderheit übt Macht über die Mehrheit aus, um gut davon leben zu können. Mit freier Wissenschaft hat dies alles selbstverständlich nichts zu tun.

 

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