Christa Meves zum 90. Geburtstag

In den vergangenen Jahren schaffte es die Wertedebatte mehrmals in die Schlagzeilen der Zeitungen: Die Debatte um die pädophilen Strömungen bei den Grünen in den achtziger Jahren, der Estrela- und der Lunacek-Report im Europäischen Parlament, der „Bildungsplan 2015“ in Baden-Württemberg, die Schäden an Kindern aufgrund der verfrühten Fremdbetreuung und generell die Kritik an der Gender-Ideologie und am „Gender Mainstreaming“. Diese Debatten wurden mit einer Schärfe ausgetragen, wie man sie bisher nicht gesehen hatte.

Eine Person wird sich darüber sicherlich nicht gewundert haben: Christa Meves.

Seit Jahrzehnten warnt sie, daß sich die sogenannte „Sexwelle“ der sechziger Jahre und die verfrühte Trennung der Kinder von ihren Müttern mit dem Ziel, eine vermeintliche „Emanzipation“ der Frau zu erreichen, zu einer „epidemischen kollektiven Pervertierung“ führen würde. Seitdem steht sie in der Schußlinie linker Hetzkampagnen.

Verwirrung der Psyche

Das Buch „Manipulierte Maßlosigkeit“ (Erstausgabe Juni 1971) ist so etwas wie ihr Manifest und ihre Kampfansage an die sexuelle Revolution und an das Menschen- und Gesellschaftskonzept der 1968er, das sich damals schon voll auf dem „Marsch durch die Institutionen“ befand.

Christa Meves erkannte, daß die 68er-Bewegung eine umfassende Revolution in der Gesellschaft aber vor allem – und das ist wohl eine ihrer größten Leistungen – in den Mentalitäten der Menschen zu vollziehen begann. Die 68er-Bewegung strebte vor allem die Verwirrung der Psyche der Menschen an.

Aufgrund dieser Klarsicht – „Manipulierte Maßlosigkeit“ hat nichts an Aktualität verloren – blieben Christa Meves’ Diagnosen der Übel der Zeit stets aktuell, treffsicher und aufrüttelnd.

Kerngedanke bei Christa Meves ist die Rolle der Bindung in der Persönlichkeitsentwicklung, insbesondere in den ersten Lebensjahren und zur eigenen Mutter. Wird diese Bindung gestört, etwa durch verfrühte und noch dazu falsche Fremdbetreuung, wird die normale Entwicklung der Persönlichkeit beeinträchtigt. Eine gestörte Bindung in frühem Alter ist schwer zu reparieren und macht den Menschen für alle möglichen Persönlichkeitsstörungen anfällig, so Meves. Die von den 68ern vorangetriebene angebliche „Emanzipation“ der Frau wirkt somit wie eine Zeitbombe in der menschlichen Psyche.

Meves erkannte GEfahren der 68er früh

Hinzu kommt die Frühsexualisierung: „Es ist nicht zulässig, die Sexualität – und schon ganz und gar nicht im Kindesalter – aus ihrem Zusammenhang herauszulösen und zu einer Sache an sich zu machen. Es kommt dann zu Fixierungen an kindliche Befriedigungsformen in meist suchtartiger Form. Der so zur Maßlosigkeit manipulierte Mensch wird sexualsüchtig. Er wird an den Trieb gefesselt.“ (Ausverkaufte Würde, S. 11)

Schon 1971 warnte Christa Meves vor den Folgen der praktischen Anwendung der Ideen der 68er: Die Menschen würden zunehmend unfähig, stabile Bindungen zu bilden. Sie würden mit allen möglichen Neurosen wie etwa Depressionen, Hyperaggresivität, Racheimpulse, alle möglichen Suchtformen usw. zu kämpfen haben; Pornographie, Pädophilie usw. würden sich wie eine Epidemie ausbreiten.

Sie gehört damit zu den Wenigen, die die Gefahr der 68er rechtzeitig erkannten und entsprechend handelten. Aber noch weniger hatten ihre Ausdauer und ihr Mut, jahrzehntelang gegen diesen Irrweg unter wüstesten Attacken, Verleumdungen und Beschimpfungen zu kämpfen.

Bücher haben nichts an Aktualität verloren

Viele der Bücher aus ihrer frühen Zeit als Publizistin lesen sich so, als ob sie heute geschrieben worden wären. In „Wunschtraum und Wirklichkeit“ schreibt sie über leistungsschwache Kinder und Jugendliche: „Daß unsere Kinder heute zum größten Teil unkonzentriert, gespannt, stumpf und faul in den Schulbänken hocken, liegt daran, daß man ihnen die Ruhe, den Frieden und die Natürlichkeit dieses Entfaltungsspielraums nicht mehr bietet, sondern sie statt dessen in ein hektische Getriebe technisierter, denaturierter Verwöhnung setzt“.

In der Störung der Mutter-Kind-Beziehung sieht sie die Ursache einer ganzen Reihe von „Zivilisationskrankheiten“, wie etwa Rauschgiftsucht, Diebstahl- und Gewaltkriminalität, die inzwischen seuchenhafte Ausmaße angenommen haben. Christa Meves schreibt: „Die Volksseuche „neurotische Verwahrlosung“ ist [. . .] die Folge von einer allgemeinen Blindheit gegen die lebensnotwendigen seelischen Entwicklungsbedingungen der Art Mensch“.

Eindrucksvolles Lebenswerk

Das Lebenswerk von Christa Meves ist eindrucksvoll: Über 120 Bücher, darunter etliche Bestseller, mehr als 3.000 Vorträge, Beitrage in fast 200 Büchern, unzählige Artikel in Zeitschriften und Zeitungen, Kolumnen im Rheinischen Merkur, Idea-Spektrum, Welt und Welt am Sonntag usw. Ihre Stimme ist unter anderem zu hören in Radio Horeb, Radio Maria Österreich, Radio Maria Deutsch-Schweiz. Regelmäßig tritt sie auf in den Fernsehsendern KTV und Bibel-TV. Ihr Verein „Verantwortung für die Familie – VFA e.V.“ organisiert regelmäßig Kongresse und bietet umfangreiche Informationen für erziehende Eltern an.

Christa Meves kann wahrhaftig auf ein langes und erfülltes Leben zurückblicken und wir sind ihr von Herzen dankbar für ihren fast 50jährigen Einsatz für das Wohl der Kinder und der Familie. Am 4. März 2015 wird sie 90 Jahre alt.

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