Brüste raus!

Am Mittwoch protestierten barbusige Femen-Aktivistinnen europaweit gegen Islamismus und Unterdrückung von Frauen. Halbnackt kletterten auch in Berlin sechs Frauen über den Zaun der Ahmadiyya-Moschee in Wilmersdorf, der ältesten Moschee Deutschlands. Sie zogen sich aus und zeigten ihren Oberkörper auf denen Sätze wie „Nackte Brüste gegen Islamisten“, „Fuck your Morals“ oder „Fuck Islamism“ standen.

Der Grund für die Proteste war die Aktion „Free Amina“. Amina Tyler, eine 19jährige Tunesierin und Femen-Aktivistin, hatte sich Oben ohne im Internet präsentiert. Daraufhin forderte ein populärer islamischer Prediger, sie mit hundert Peitschenhieben zu bestrafen und anschließend zu Tode zu steinigen.

Sicher, eine völlig überzogene und unangemessene Forderung für so etwas Banalem wie das Zeigen von nackter Haut. Und ja, jeder sollte das Recht haben, über sein eigenen Körper zu bestimmen – auch ob er sich mit dem Entblößen derart blamieren will wie die Femen-Aktivistinnen.

Durch ihre Parolen entblößt

Doch mehr als durch das Ablegen ihrer Kleidung wurden die militanten Feministinnen durch ihre eigenen Parolen entblößt – wenn auch sicher nicht absichtlich: „Wir sind frei, wir sind nackt, es ist unser Recht, es ist unser Körper, es sind unsere Regeln, und niemand kann Religion und andere heilige Dinge dazu benutzen, um Frauen zu mißbrauchen und zu unterdrücken.“

Denn frei sind sie natürlich nicht. Auch sie sind Opfer ihrer Gesellschaft: einer sexbesessenen Kultur, in der Frauen selbst immer mehr die treibende Kraft ihrer eigenen Unterdrückung darstellen. Die Besessenheit der Femen-Aktivistinnen von der angeblichen „Befreiung“ ihres Körpers zeigt nur wieder ein mal, daß sie bloß Gefangene einer Gesellschaft sind, in der nichts mehr heilig auch nicht die Religion selbst und verborgen bleiben darf. Was nicht zur Schau gestellt wird, könnte ja ein Zeichen von Unterdrückung und Hemmung sein. Und so, als aufgeklärte, emanzipierte Frau, müssen eben die Brüste raus.

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