Mitsingen ist Ehrensache

Am vergangenen Sonntag wählte die Bundesversammlung ein neues Staatsoberhaupt. Und was konnte der interessierte Bürger bei der Fernsehübertragung am Ende der Veranstaltung erkennen? Manch ein Bundestagsabgeordneter singt die Nationalhymne nicht mit! Wie man hier auf einem Veranstaltungsmitschnitt sehen kann, verzieht Claudia Roth (Grüne) keine Miene. Und auch die geschlossene Fraktion der Linken steht gelangweilt, aber mit verschlossenem Mund da und hört den anderen Parteien beim Singen zu. Was soll man davon halten?

Grundsätzlich freut es mich, wenn Claudia Roth oder auch die Linken zu Themen schweigen, die sie nicht können oder die sie nicht verstehen. Beim Singen der Nationalhymne ist dies aber nicht angebracht. Da ist jeder Sänger willkommen! Selbst Jürgen Trittin („Deutschland verschwindet jeden Tag immer mehr, und das finde ich einfach großartig“) singt – zwar etwas unglücklich dreinschauend, aber er singt – mit.

Als gewählte Vertreter des deutschen Volkes und als Mitglied des Deutschen Bundestages repräsentiert man die Bürger, die Staatsorgane und die Symbole der Nation. Die Nationalhymne nicht mitzusingen, kommt in etwa dem gleich, was auf dem Bundeskongreß der Grünen Jugend im Jahr 2008 geschehen ist; ein Teilnehmer hatte offensichtlich eine Deutschlandfahne geschändet, indem er darauf urinierte.

Respekt im Gegenzug für Privilegien

Wer sich vom deutschen Steuerzahler als Politiker gut bezahlen läßt, wer in Fraktionsstärke Vergünstigungen und Leistungen einfordert und wer unser Land regieren möchte, der sollte Respekt vor diesem Land und den Bürgern haben und dies auch zeigen. Durch das Singen der Nationalhymne bekennt man sich zu Deutschland, den Deutschen und als Volksvertreter meines Erachtens auch zu allen Institutionen des Rechtstaates, die man durch sein Amt repräsentiert. Wenn die Linke und andere Politiker bei einer Veranstaltung wie der Bundesversammlung nicht mitsingen, bezweifle ich, daß sie das Wohl des deutschen Volkes im Auge haben, sondern aufgrund anderer Motive handeln.

Ich kann mich natürlich auch täuschen, und es gibt noch ganz andere Gründe. Wenn sie schlechte Sänger sind, sollten sie sich dafür nicht schämen. Wenn sie sich den Text nicht merken können, sollten sie manch einen Fußballer der Nationalmannschaft befragen. Selbst die Jungs, die den Lederball schon etwas zu oft geköpft haben, können sich die dritte Strophe neuerdings merken.

Eventuell sind unter den Linken noch viele aus den neuen Bundesländern, die es einfach nicht gewohnt sind, die Nationalhymne mitzusingen. Aus dem Trott kommt man so leicht nicht heraus. Man hatte in der DDR gelernt, „Auferstanden aus Ruinen …“ höchstens mitzusummen, denn in dem Text wurde das einige Vaterland beschworen. Das war so eigentlich nicht gewollt.

Claudia Roth wünscht sich ohnehin mehr rote Türkenflaggen

Vielleicht waren diejenigen, die nicht mitgesungen haben, auch einfach ehrlich. Sie lehnen Deutschland und jede deutsche Symbolik grundsätzlich ab. Claudia Roth hatte zum Tag der Deutschen Einheit im Jahr 2005 folgenden Wunsch: „Am Nationalfeiertag der Deutschen ertrinken die Straßen in einem Meer aus roten Türkenflaggen und ein paar schwarzrotgoldenen Fahnen.“ Noch ehrlicher wäre es, wenn solche Politiker vor dem Singen den Plenarsaal verlassen würden – diesen Eklat vermeidet man jedoch, er könnte Wählerstimmen kosten.

Letztendlich wird es eine ganz einfache Erklärung geben: „Wo man singt, da laß dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder.“

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