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Von den zwei Welten

Zwei Welten gibt es, die älter sind als wir, älter als unsere Vorfahren, älter als unsere gesamte Kultur. Selbst die Römer, als sie diese beiden Welten in Rechte gossen, erfassten nur etwas, das aus Urzeiten auf sie überkam. Zwei Welten mit unterschiedlichen Vorstellungen, mit unterschiedlichen Werten, mit einer unterschiedlichen Art zu handeln. Und doch leben in beiden Welten die gleichen Menschen. Die eine Welt ist die Welt des Friedens, die andere die des Krieges.

Die Vorstellungen, Werte und Handlungen im Frieden sind entgegengesetzt denen des Krieges. Im Frieden herrschen Mäßigkeit, Wohlstand und ein freundschaftlicher Umgang, mit denen man auftretende Spannungen abbaut. Der Krieg dagegen ist maßlos, frißt Menschen wie Güter, und nur wer Stärke mit Umsicht und Härte verbindet, der wird seinen Willen durchsetzen können. Die eine Welt ist wunderschön, vor allem im Verlust, die andere ist immer scheußlich, vor allem wenn sie ins Dasein tritt.

Die eine Welt ist, wenn der Bauer sein Feld bestellt und das Korn wachsen sieht, wenn Eltern ihre Kinder aufziehen und wissen: wie auch sie einst als freie Menschen unter einem freien Himmel lebten, so werden auch ihre Kinder frei und selbstbestimmt ihr Leben führen dürfen. Die andere Welt ist, wenn das Feld niedergebrannt wird, wenn der Bauer seine Frau erschlagen und vergewaltigt im Blute liegen sieht, wenn seine Kinder ihm hinweggeführt werden, fremden Herren zu dienen.

Welten mit weiblichen und männlichen Tugenden

Die eine Welt ist um das Weibliche konzentriert. Denn es sind weibliche Tugenden, die hier gefordert sind. Die Geschäftigkeit, mit welcher Wohlstand gebildet und gemehrt wird, das Gespräch, durch das man mit anderen in Verbindung tritt, das Gefühl, das sich durch alle Glieder pflanzt, Teil eines lebendigen Gemeinwesens zu sein. Eine Welt, in der Selbstverzicht und das Hoffen auf Einsicht besser ist als Gewalt. Eine Welt, in der rechtmäßig nur während der Geburt Blut vergossen werden soll.

Die andere Welt ist um das Männliche konzentriert. Denn es sind männliche Tugenden, die hier gefordert sind. Die Tapferkeit, die gegen lähmende Angst empört und zu großen Taten begeistert. Kein schamhaftes Innehalten, kein Fragen, ob man die Gefühle des anderen verletzt, sondern einzig und allein das eigene Ziel vor Augen vollendet man seinen Gang. Und gleichgültig eigenen und fremden Leides gegenüber schreitet man über Leichen von Freund und Feind zum Sieg.

Zwei Welten, die eine negiert die andere, und doch sind beide aufeinander angewiesen. Denn wie das Weibliche erst durch das Männliche befruchtet werden kann und letzterem so seinen Sinn gibt, so benötigt auch die Welt des Friedens etwas außerhalb ihrer selbst. Wenn der Bauer erschöpft innehält, der Wind durch das Korn streicht und ihm die Stimmen seiner spielenden Kindern zuträgt, so muß sein Auge wach genug sein, in dem strahlenden Himmel über ihm die Zeichen von Sturm zu erkennen.

Verlust der männlichen Tugenden

Wenn er dieses nicht kann, wenn er glaubt, der Himmel würde sich immer in einer klaren Bläue über ihn spannen, dann wird er schwach werden. Er wird seine Tugenden verlieren und beginnen, Tatenlosigkeit als Zeichen kluger Besonnenheit, Feigheit für edle Rücksichtnahme und die Gleichgültigkeit seinen Kindern gegenüber als Ausdruck schönen Menschentums zu deuten. Dann aber, wenn er ihn gänzlich vergessen hat, wird der Krieg über ihn kommen, mit allen seinen Schrecken.

Und mit glühenden Eisen wird er ihm in den weich gewordenen Leib den Satz einschreiben: Zwei Welten gibt es. Wohl dem, der über die eine nicht die andere vergißt.

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