Englisch drängt Deutsch zurück

In der Slowakei hat es die Englisch-Lobby bereits geschafft. Dort hat sie das Parlament dazu gebracht, die historisch starke Stellung der deutschen Sprache zu untergraben. Eine Gesetzesänderung sorgt nun dafür, daß Grundschüler erst Englisch lernen müssen, bevor sie Deutsch lernen dürfen. Da nützte auch die Beschwerde des deutschen Botschafters nichts.

Der polnische Ministerpräsident steht unter Druck  

In Polen gibt es ähnliche Bestrebungen. Dort steht Ministerpräsident Donald Tusk unter Druck, Englisch verpflichtend ab der 1. Klasse der Grundschule einzuführen. Zu den bekanntesten Verfechtern des Englischen ab Schulbeginn zählen die ehemaligen Staatspräsidenten Lech Walesa und Aleksander Kwasniewski, die zusammen mit 52 weiteren polnischen Größen Tusk einen Brief geschrieben haben.

Darin fordern sie Englisch als Pflichtfach von der ersten bis zur letzten Klasse. Die Bildungsministerin Katarzyna Hall scheint auf verlorenem Posten zu stehen. Sie glaubt, daß es in manchen Gebieten viel wichtiger sein könne, Deutsch oder Russisch zu lernen.

Jerzy Buzek weigert sich, Deutsch zu sprechen

Jerzy Buzek, ein Pole, der zur Zeit das Amt des Europäischen Parlamentspräsidenten bekleidet, zählt erklärtermaßen Polnisch – im Gegensatz zu Deutsch – zu den wichtigsten Sprachen der Europäischen Union (EU). Englisch, Französisch und Polnisch sind seiner Ansicht nach „the most important languages“ der EU.

Als ihn im Juli 2010 das deutsche Staatsoberhaupt zu einem Antrittsbesuch aufsuchte, weigerte er sich, mit Christian Wulff Deutsch zu sprechen. Obwohl Buzek Deutsch spricht, äußerte er sich nur auf englisch. Das machte solchen Eindruck auf den deutschen Bundespräsidenten, daß dieser seine Sprache aufgab und sich in (schlechtem) Englisch im Gästebuch des Europäischen Parlaments verewigte.

Haderthauer kritisiert die tschechische Regierung

Die tschechische Regierung wiederum plant, zu Lasten der deutschen Sprache Englisch ab der dritten Klasse als erste Fremdsprache verpflichtend einzuführen. Deshalb ist es gut, daß Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer in der vergangenen Woche in Prag vor den Folgen warnte: „Die deutsche Sprache zu erlernen, ist gerade für die tschechische Jugend eine wichtige Zusatzqualifikation: zum einen, um die Arbeitnehmerfreizügigkeit voll ausschöpfen zu können, und zum anderen, weil gerade für deutschen Firmen mit Sitz in Tschechien zusätzliche Deutschkenntnisse ihrer Mitarbeiter ein wichtiges Qualitätsmerkmal sind. Immerhin ist Deutschland der wichtigste Handelspartner und schafft daher enorm viele Arbeitsplätze in Tschechien.“ Hinzuzufügen ist, daß es auch genügend kulturelle und historische Gründe für die deutsche Sprache gibt.

Laut Haderthauer habe ihr der tschechische Sozialminister zugesagt, sich dafür einzusetzen, daß der Wert der deutschen Sprache in der Tschechischen Republik erhalten bleibe. Haderthauer will die Gespräche über dieses Thema fortsetzen. Hoffen wir, daß ihr Einsatz für die deutsche Sprache erfolgreich sein wird. Ohne eine systematische deutsche Sprachpolitik wird Englisch jedoch der deutschen Sprache in Ostmitteleuropa den Rang ablaufen.

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