Missionsgebiet Europa

Endlich hat jemand einmal die Wahrheit deutlich ausgesprochen: Papst Benedikt XVI. hat im Vatikan einen Rat zur Neu-Evangelisierung gegründet, zu dessen Präsidenten er den römischen Erzbischof Rino Fisichella ernannt hat. Dieser Rat solle die Verkündigung der Botschaft Jesu in jenen Ländern fördern, die eine lange christliche Tradition besäßen, jedoch von „einer fortschreitenden Säkularisierung der Gesellschaft und einer Art von Verdunkelung des Sinnes für Gott“ geprägt seinen, sagte der Papst.

Damit hat Benedikt XVI. ganz klar Europa und Nord-Amerika im Blick. Auf allen anderen Kontinenten kann die katholische Kirche eine wachsende Zahl von Gläubigen und ebenso auch von Priestern verzeichnen. Doch das ehemals christliche Abendland wurde von einer Glaubenskrise erfaßt, die immer stärker sichtbar wird. Die Kirchen leeren sich und ebenso die Priesterseminarien.

Zerstörung der kirchlichen Struktur

Noch versucht man allerdings, sich in die eigene Tasche zu lügen. Durch die Zusammenlegung von Pfarreien und die Schließung schlecht besuchter oder baufällig gewordener Kirchengebäude betreibt man eine oberflächliche Kosmetik, welche am Kern des Problems vorbeigeht.

Gänzlich verfehlt aber ist die gelegentlich erhobene Forderung, die Zulassungsbedingungen zum Priesteramt zu ändern – Stichwörter: Zölibat, „viri probati“, Frauenpriestertum. Denn das hieße, den Niedergang des Glaubens aufhalten zu wollen durch die Zerstörung der kirchlichen Struktur.

Das einzig wahre Rezept heißt Missionierung. Diese mag im individualistischen Zeitalter schwierig sein. Doch auch in früheren Zeiten war ein solches Unterfangen nicht leicht. Es gilt, alle Initiativen zu fördern, die die christlichen Glaubenswahrheiten wieder dem Menschen von heute nahe bringen.

Mission, Verkündigung und Gebet!

Der erste Schritt für diesen langwierigen Prozeß ist nun getan. Der Papst hat in seiner klaren Situationsanalyse festgestellt: Europa ist Missionsgebiet. Vielleicht wäre es hilfreich auch in der Pastoral in Deutschland nicht weiterhin beschönigend von Seelsorgszentren zu sprechen, sondern korrekter von Missionsstationen.

Wie es im ehemals christlichen Westen weitergeht bleibt fraglich. Jesus Christus hat seiner Kirche zwar versprochen, daß sie bestehen bleibt bis zum Ende der Welt (Mt 28,20). Aber dies gilt nur für die Kirche als Ganzes, nicht aber für eine beliebige Teilkirche. Auch die in frühchristlichen Jahrhunderten blühende Kirche Nordafrikas ist bald darauf komplett untergegangen. Der Auftrag für heute lautet: Mission, Verkündigung und Gebet!

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