Fakten-Check zu Sarrazin

Drei willkürlich herausgesuchte Irrtümer aus der vergangenen Woche:
Ein Kommentar von Elmar Theveßen, dem stellvertretenden ZDF-Chefredakteur vor einer Woche im Heute-Journal. Theveßen: Sarrazin behaupte, 80 Prozent der Intelligenz sei vererbt. In Wirklichkeit seien es aber nur 50 Prozent. Deshalb müsse Sarrazin gehen.

Die Wahrheit: Sarrazin schreibt, es  seien 50 bis 80 Prozent der Intelligenz erblich. Theveßen hat sich die Zahlen so zurechtgelegt, daß sie ihm passen.

Bei „Maybritt Illner“ behauptete Naika Foroutan, eine jener neuen Migrationshintergrunds-Quotenfrauen, wie wir sie neuerdings allabendlich als Strafe im Fernsehen präsentiert bekommen, Türken und Araber seien für „nur“ 8,7 Prozent aller Gewaltdelikte verantwortlich.

Besser, wenn die Bürger das nicht erfahren

Die Wahrheit ist: Frau Foroutan hat sich die Zahlen ebenfalls so zurechtgelegt, wie sie ihr in den Kram passen. Tatsache ist, daß der Ausländeranteil an der Wohnbevölkerung in Berlin bei 13 Prozent liegt – der Ausländeranteil bei den Tatverdächtigen aber bei 31 Prozent, bei Gewaltdelikten noch höher (34 Prozent). Über die Paßdeutschen mit Migrationshintergrund gibt es keine verläßlichen Aussagen. Von offizieller Seite heißt es dazu: „Die Angabe zum Migrationshintergrund ist für sich allein betrachtet ohne Aussagewert, da die Ursachen für Kriminalität hauptsächlich in der Sozialisation und dem Umfeld einer Person begründet liegen.“

Mit anderen Worten: Es ist besser, wenn die Bürger das nicht erfahren. Die Praxis zeigt, daß die Berliner Polizei nicht gerade sehr auskunftsfreudig ist, was detaillierte Zahlen zur Problematik Ausländerkriminalität angeht. Insofern sind die Angaben von Frau Foroutan – wo immer sie sie herhaben will – unglaubwürdig.

Einer liegt falsch

In „Deutschland schafft sich ab“ zitiert Thilo Sarrazin sehr lange seinen Parteigenossen Heinz Buschkowsky aus Neukölln. Unter anderem schreibt er auf Seite 301: „Bei den Türken muß man differenzieren nach den religiösen Richtungen. Sunniten und Schiiten unterscheiden sich ganz deutlich von den Alewiten, die nicht zum Freitagsgebet gehen, nicht fasten und deren Frauen kein Kopftuch tragen.“ Der Absatz geht noch weiter.

Der Spiegel schreibt über das Verhältnis von Heinz Buschkowsky zu Sarrazin in seiner heutigen Ausgabe „Buschkowsky ist sauer. ‘Etliche Dinge, die ich ihm genauestens erklärt hatte, wurden von ihm nicht ins Buch aufgenommen’, zum Beispiel die Unterschiede zwischen den Muslimen. ‘Bei den Alewiten gehören Geschlechtergleichheit und Ächtung von Gewalt zu den Lebensprinzipien.’ Sarrazin habe sich ‘als beratungsresistent erwiesen.’“

Wie wir oben gesehen haben, hat Sarrazin aber genau das geschrieben, was angeblich in dem Buch fehlt. Fast wörtlich. Einer liegt hier falsch: Buschkowsky oder der Spiegel. Aber definitiv nicht Sarrazin!

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