Ausverkauft

Das Spiel Deutschland gegen Australien gestern war ein schönes Beispiel dafür, wie sehr der erste Eindruck täuschen kann. Deutschland war klar die dominierende Mannschaft und hat am Ende verdient 4:0 gegen die Boys aus „down under“ gewonnen. In den ersten Minuten allerdings lief es ganz und gar nicht rund. Zweimal hätten die Australier fast ein Tor geschossen – wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn es ihnen gelungen wäre?! 

Zu den deutschen Fußball-Tugenden gehört, sich nicht irritieren zu lassen und das Spiel unbeeinträchtigt fortzuführen, wenn es mal nicht so läuft. Oder – wie sie im Ausland neidisch sagen: Die Deutschen spielen bis zur Umkleidekabine. 

Angela Merkel muß sich ein Beispiel daran nehmen, denn es sind keine einfachen Zeiten für sie. Und sie werden nicht besser. Gestern früh wollte ich mir den Spiegel kaufen, weil ich im Internet vorher das Titelbild gesehen hatte. Es zeigt Merkel und Westerwelle und dazu die Aufforderung: „Aufhören!“

Stimmung gegen Merkel kippt bedrohlich

Um halb neun morgens war diese Ausgabe bei meinem Zeitungshändler schon ausverkauft – wie häßlich für die Kanzlerin, die im Heft auch noch als „Trümmerfrau“ geschmäht wird! Aber die Stimmung kippt bedrohlich gegen sie. 

Es tut wirklich weh, zuzusehen, wie sich diese Bundesregierung selbst zerlegt. Beim Ausverkauf deutscher Interessen (Milliardenhilfe für Griechenland und andere) war sich Schwarz-Gelb einig, aber wegen einer Dreißig-Euro-Pauschale für die Krankenkassen führen sie einen Machtkampf, als ginge es um Leben und Tod.

Das versteht kein normaler Mensch in Deutschland. Alles, was hängen bleibt, ist, daß die Regierenden es nicht ernst meinen und kein Konzept haben. Sollte die Bundespräsidentenwahl schiefgehen, dann steht Merkel wirklich vor einem Trümmerhaufen.

Förderung von Ökostrom sollte abgeschafft werden

Hier sind drei Tips, wie die Kanzlerin den Laden in Windeseile wieder in Schwung bringen kann:

1. Die Bundesregierung muß durchsetzen, daß die Stabilitätskriterien wirklich eingehalten werden und jeder rausfliegt aus dem Euro, der noch einmal dagegen verstößt.

2. Die Sparanstrengungen müssen weitergehen. Es gibt eine Menge Sozialleistungen, die gekürzt werden können. Zum Beispiel das Elterngeld, das sich als nutzlos erwiesen hat, oder die Beamtenpensionen. Genausoviel Spielraum ist bei den Industriesubventionen. Schaffen wir die Ökostromförderung ab. Die Wirtschaftswoche hat neulich errechnet, daß das allein schon fast ausreicht, um den Bundeshaushalt zu konsolidieren! Heutige Stromkunden und kommende Generationen werden es uns danken.

3. Sie dürfen in Berlin nur eines nicht tun: den Weg des geringsten Widerstands gehen und einfach die Steuern erhöhen. Insofern zeigt das Sparpaket der Regierung zumindest ansatzweise in die richtige Richtung.

Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Angela Merkel und insbesondere Guido Westerwelle haben es noch immer in der Hand, das Ruder herumzuwerfen. Sie müssen nur den Willen aufbringen. Dann kann alles gut ausgehen – so wie gestern abend in Durban.

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