Donald Trump
US-Präsident Donald Trump Foto: picture alliance/Bernd von Jutrczenka/dpa
Das Ende von Trumps Präsidentschaft

Mit den Wölfen heulen

Vier Jahre kühlten die Trump-Hasser ihr Mütchen. Was für ein Dilettant, Blender, Lügner und brandgefährlicher Mensch er doch sei, konnte man überall lesen, sehen und hören. Nach den Protesten am und im Kapitol sehen es auch die letzten Wankelmütigen geboten, ihre Messer zu wetzen und Häme über den 74jährigen auszuschütten. Als hätte Donald Trump in seiner Amtszeit nur Mist gebaut.

Sicher, er hätte klein beigeben und das Feld räumen können. Und es war auch ein Fehler, in der aufgeheizten Atmosphäre vor dem Kapitol die „Save America“-Demo abzuhalten. Eine Einladung für normale Trump-Fans und andere, die dann ihr spezielles politisches Süppchen kochten.

Löschpolitik der sozialen Medien

Doch hatte Trump in seiner Videobotschaft, die er auf allen sozialen Medien postete, seine Anhänger nicht aufgefordert „nach Hause“ zu gehen? „Wir dürfen diesen Leuten nicht in die Hände spielen“, erklärte Trump mit Blick auf die Demokraten. „Wir müssen Frieden haben. Also geht nach Hause. Wir lieben euch. Ihr seid etwas ganz Besonderes.“

Nur: Twitter, Facebook, Instagram und YouTube löschten seine Botschaft. Trumps Konten wurde gesperrt. Die feine politische Art ist das nicht. „Diese Zensur der digitalen Giganten wirft Fragen auf, auch in Frankreich“, warnte die Chefin des Rassemblement National, Marine Le Pen, im französischen Fernsehen und legte damit den Finger in die zunehmend offener klaffende Wunde.

Ins Fäustchen lacht sich dagegen die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Zakharova. Das Wahlsystem in den Vereinigten Staaten sei „archaisch“ und entspreche nicht modernen demokratischen Standards. „Es bietet Möglichkeiten für zahlreiche Verstöße, und die amerikanischen Medien sind zu einem Instrument des politischen Kampfes geworden“, sagte die 45jährige und sprach so auch nicht wenigen westlichen USA-Beobachtern aus dem Herzen.

US-Präsident Donald Trump Foto: picture alliance/Bernd von Jutrczenka/dpa

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