Asylbewerber in Bayern (2015)
Asylbewerber in Bayern (2015) Foto: picture alliance/dpa
„Vorwärts“

SPD-Zeitung fordert: 2015 soll sich wiederholen

Deutschland hat die Auswirkungen der Flüchtlingskrise von 2015 noch nicht verdaut, da schallt erneut der Ruf nach grenzenloser Masseneinwanderung durch den Blätterwald. Im SPD-Verbandsorgan Vorwärts finden Nazan Komral und Yasmin Breuer vom Bundesvorstand der SPD-Arbeitsgemeinschaft „Migration und Vielfalt“ ähnlich wie die Verfechter von #WirhabenPlatz, es ist noch Suppe da ­– und die soll möglichst schnell verteilt beziehungsweise ausgelöffelt werden.

Beide schwelgen in den rosafarbenen Erinnerungen an die herrliche Zeit vom Spätsommer 2015, als Hundertausende junge Männer unkontrolliert nach Deutschland und in die hiesigen Sozialssysteme strömten. Die Reaktion darauf sei „ein großartiges Beispiel für Menschlichkeit, Zusammenhalt, Solidarität und auch ein bestmögliches Krisenmanagement von vielen ehrenamtlichen und kirchlichen Vereinen und Organisationen“ gewesen.

Niemand mußte auf etwas verzichten

Sicher, teilweise habe die Situation die Behörden überfordert, gestehen die zwei Sozialdemokraten. Und ja, die große Anzahl der „Geflüchteten“ habe unvorhergesehen viel Geld gekostet. „Aber sind wir doch mal ehrlich: Wer von uns mußte denn deshalb auf etwas verzichten?“ Nun, Nazan Komral und Yasmin Breuer offenbar nicht.

Doch es kommt noch besser: „Alles in allem waren wir damals der Meinung und sind es heute auch: Ein wirklicher Verzicht auf unsere gewohnte Art zu leben, existiert nicht. Im Gegenteil, eher noch wurden und werden wir durch die Aufnahme von in Not geratenen Menschen und deren Vielfalt um so vieles bereichert.“

Wie diese Bereicherung aussieht, wissen die beiden Autoren ebenfalls. Dabei denken sie nicht an die Massenübergriffe in der Silvesternacht 2015/16. Auch nicht an Wohnungsmangel, Sozialbetrug, Terroristenunterstützung und importierte Kriminalität. Nein, leckeres Essen und schicke Mode haben uns die noch nicht so lange hier Lebenden gebracht.

„Flaniert man heutzutage durch die deutschen Städte, wird man angelockt von neuen Gerüchen, die aus den multinationalen Restaurants dringen, lernt man eine andere Mode aus den neu bestückten Schaufenstern kennen, erlebt in Bars und Cafés neue Musik. So etwas hat es in Deutschland schon lange nicht mehr gegeben.“

Neuer deutscher Stolz

Die großartige Willkommenskultur sei etwas, auf das die Deutschen stolz sein dürften, zeigen sich Komral und Breuer großzügig. Und diese sei auch nicht umsonst gewesen. Vielmehr dankten uns die Flüchtlinge von einst diese Willkommenskultur dadurch, daß sie heute in der Lage seien „ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten“ (was vermutlich nicht auf die beiden Migrationsexperten der SPD zutrifft).

Leider sähen das nicht alle in der EU und in Deutschland so positiv. Noch immer gebe es viele finstere „Faschisten“, die „unserer Gesellschaft und den Menschen in Not ein friedliches und harmonisches Zusammenwachsen verwehren“. Deswegen sei klar: „2015 muß sich deshalb wiederholen! #Refugees welcome.“

Asylbewerber in Bayern (2015) Foto: picture alliance/dpa

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