Vorhang auf für Kaisers Wochenrückblick Foto: picture alliance/imageBROKER / JF-Montage
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Jutta Ditfurth, Umsiedlungsforderungen und Ramadan

Kaisers royaler Wochenrückblick

Jutta Ditfurth ist sauer auf Dieter Nuhr. Der hatte die ehemalige Grünen-Politikerin nämlich beim digitalen Corona-Betteln gestört. Der Kabarettist, der in linksökologischen Kreisen schon lange als eine Art Mischung aus Luzifer und J.R. Ewing gilt, hatte es doch tatsächlich gewagt, sich in seiner TV-Show über die Grande Dame des Ökosozialismus lustig zu machen.

Genauer gesagt darüber, daß sich die Frankfurter Stadtverordnete, kurze Zeit nachdem sie auf Twitter „im Spaß“ angekündigt hatte, sich mit ihrer Grippeerkrankung quasi als rollende Infektionswelle hustend durch die Reihen der AfD schleppen zu wollen, nach ihrer Genesung auch noch den berüchtigten Sars-CoV-2-Virus einfing und über die sozialen Netzwerke zu Spenden aufrief, weil sie dadurch in eine finanzielle Notlage geraten sei.

Daß der Satiriker ihr deshalb „Dreistigkeit“ vorwarf, ließ bei der linksgrünen Dauerpatientin offenbar ordentlich den Blutdruck ansteigen. Prompt drohte sie dem Künstler mit juristischen Schritten. Für Anwalts-Honorare scheinen die epidemiegeschwächten Finanzen der sauertöpfischen Twitter-Ulknudel also gerade noch so auszureichen.

Migrationsforscher wollen Umsiedlung nach Europa

Eine Meldung, die die Stimmung von Jutta Ditfurth zumindest ein wenig aufgehellt haben dürfte, war die folgende: „Migrationsforscher fordern mehr Umsiedlung nach Europa!“ Auch in Zeiten von Corona soll das „Umsiedlungsprogramm der Vereinten Nationen“ – jede andere Bezeichnung wäre eine politisch unkorrekte, rechtspopulistische Verschwörungstheorie – keine Pause machen. Ganz im Gegenteil.

Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Migration (SVR) will nicht nur stärkere legale Zuwanderung von Schutzbedürftigen über Aufnahmeprogramme, um Familien und Kranken zu helfen. Gerade in der Corona-Krise sei es auch notwendig, daß Griechenland wieder Asylbewerber aus der Türkei einreisen lasse, heißt es in einem Empfehlungspapier des SVR an die europäischen Institutionen und die Bundesregierung.

Darin wird unter anderem auch empfohlen „Schutzbedürftige aus Transitländern wie Libyen verstärkt direkt aufnehmen“. Ob sich dagegen größerer Widerstand bei der hiesigen Bevölkerung regen wird, bleibt abzuwarten. Die Wahrscheinlichkeit, daß dem nicht so sein wird, scheint derzeit aber relativ hoch. Denn erstens hat von den dreisten Forderungen bislang kaum jemand etwas mitbekommen und zweitens haben gerade auch die Deutschen in den letzten Wochen bewiesen, daß sie bereit sind wirklich jeder Empfehlung Folge zu leisten, wenn man sie ihnen nur richtig verpackt, verkauft und von allen Seiten eintrichtert.

Vergelts Allah!

So könnte zumindest am Freitag, wenn der Muezzin zum Gebet ruft, künftig wieder deutlich mehr los sein auf den ansonsten meist menschenleeren deutschen Straßen und Plätzen. Einen kleinen Vorgeschmack gab es diese Woche bereits in Berlin. In Neukölln haben sich am Freitag rund 300 Menschen vor einer Moschee versammelt. Wie die Polizei auf Twitter mitteilte, gelang es ihr „nur zum Teil, die Anwesenden zum Abstandhalten zu bewegen“.

Übrigens: Am 23. April beginnt der Ramadan. Man kann sich ungefähr ausmalen, wie viele Muslime reagieren würden, wenn der deutsche Staat ihnen tatsächlich verbieten sollte, sich zu ihrem allabendlichen feierlichen Fastenbrechen im Freien zu versammeln. Zum Glück gelten die allgemeinen Ausgangsbeschränkungen erst einmal nur bis zum 19. April.

Da sogar die politisch Verantwortlichen in der Bundesrepublik zumindest noch so viel Realitätssinn haben dürften, daß sie wissen, was ein Verbot der muslimischen Geselligkeit während ihrer wichtigsten Festtage für die öffentliche Sicherheit und Ordnung bedeuten würde, kann man davon ausgehen, daß die beschlossenen Maßnahmen zumindest auch nicht mehr verlängert werden. Vergelts Allah, liebe Muslime!

Auch wenn es sich schon reichlich merkwürdig anfühlt, daß man als freiheitsliebender Deutscher inzwischen auf den Ramadan hoffen muß. Darüber können wir ja während der kommenden Ostertage, die in diesem Jahr nicht nur zur inneren Einkehr einladen, vielleicht ein wenig nachdenken.

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