Afrikanische Einwanderer, die von der spanischen Küstenwache im Mittelmeer aufgegriffen wurden Foto: picture alliance/NurPhoto
Afrika

Herz der Finsternis

Afrika ist das Epizentrum der globalen Bevölkerungsexplosion. Auf keinem anderen Kontinent ist die Einwohnerzahl in den vergangenen Jahrzehnten schneller gewachsen, und auf keinem anderen wird sie in den kommenden Jahrzehnten rasanter ansteigen. Afrika ist und bleibt das Herz der Finsternis der globalen demographischen Probleme.

Das jährliche Bevölkerungswachstum liegt in Afrika bei zweieinhalb Prozent, gegenüber rund einem Prozent in Asien und Lateinamerika. Die durchschnittliche Geburtenrate liegt bei 4,8 Kindern pro Frau – fast viermal höher als bei Deutschen. Gerade in den ärmsten Regionen des Kontinents ist die Fruchtbarkeit am höchsten. Not und Mangel reproduzieren sich selbst.

Afrika ist heute schon der einzige Kontinent der Welt, der sich nicht selbst ernähren kann. Die geläufigste Erklärung, die von afrikanischen Potentaten und Entwicklungspolitikern vorgetragen wird, lautet: Das seien alles Spätfolgen der kolonialen Ausbeutung.

Afrika ist nicht von Natur aus arm

Wirklich? Als sie vor gut einem halben Jahrhundert unabhängig wurden, konnten die meisten afrikanischen Staaten ihren Nahrungsmittelbedarf noch selbst decken, hält der ehemalige Berufsdiplomat und Afrika-Kenner Volker Seitz fest. Etwas muß also seither schiefgelaufen sein. Afrika ist nicht von Natur aus arm, sondern weil seine Länder schlecht regiert werden – von unfähigen und korrupten Eliten, die kein Interesse an Entwicklung, Aufklärung und Verbesserung einer Lage haben, aus der sie ja den Anspruch auf immer neue als „Entwicklungshilfe“ getarnte Subsidien ableiten.

Damit steuert der afrikanische Kontinent sehenden Auges in die demographische Katastrophe. Die globalen Eliten versuchen, intensiv seit der Amtszeit des ghanaischen Diplomaten Kofi Annan als UN-Generalsekretär, den Schwarzen Peter auch dafür wieder dem Westen und insbesondere den Europäern mit ihren kolonialen und sonstigen Schuldkomplexen zuzuschieben.

Die Migrationsagenda der Vereinten Nationen, die zuletzt im UN-Migrationspakt festgeschrieben wurde, lautet: Europa soll stetig und regulär Migranten aus Afrika aufnehmen, um damit sowohl Druck aus dem afrikanischen Kessel zu nehmen als auch seine eigenen demographischen Probleme wie Überalterung und Geburtenrückgang zu lösen.

Wunschbild des leistungswilligen afrikanischen Zuwanderers

Man muß kein Bevölkerungswissenschaftler sein, um zu durchschauen, daß dieses Bevölkerungsschach, bei dem Millionen Menschen wie bloße Statistikziffern global verschoben werden, nicht aufgehen kann. Die Grundrechenarten reichen. Die von Bundesinnenminister Horst Seehofer dereinst aus der Luft geschöpfte „Obergrenze“ von zweihunderttausend Migranten jährlich entspricht dem Bevölkerungswachstum Afrikas an einem einzigen Tag.

Die mindestens anderthalb Millionen Menschen, die Merkels Willkommenspolitik 2015 und 2016 nach Deutschland gelockt hat, sind der Bevölkerungsüberschuß Afrikas von nur einer Woche. Jahr für Jahr wächst der Kontinent um 73 Millionen Einwohner – also fast um die Bevölkerung ganz Deutschlands.

Das alte Europa könnte diese Bevölkerungszuwächse niemals in nennenswertem Umfang absorbieren. Zumal das Wunschbild des leistungswilligen afrikanischen Zuwanderers, der nichts anderes im Sinn habe, als möglichst bald Teil des deutschen Arbeitsmarktes zu werden, Steuern zu zahlen und die Renten der alten Weißen zu finanzieren, eben dies ist: eine Illusion.

Denn wer eine Menge Geld in Schleuser investiert und beträchtliche Risiken auf sich nimmt, weil er sich ein besseres Leben erhofft, der erwartet Rendite und will sich nicht demütig ganz unten anstellen. Und wer merkt, daß Milch und Honig vielleicht doch nicht so üppig sprudeln wie in den Werbesprüchen der Einwanderungsunternehmer, der wird nicht kleinlaut resignieren, sondern zornig das einfordern, von dem er glaubt, daß es ihm zusteht.

Beträchtliches Eroberer-Potential

Zumal wenn er aus Kulturen und Gegenden kommt, in denen Gewalt einen anderen Stellenwert hat als im pazifierten Europa. Nicht ohne Grund bezeichnet der Soziologe Gunnar Heinsohn das Verhältnis von nachrückenden jungen Männern, die ihren Platz und ihr Auskommen suchen, zu Alten, die ihren Platz freimachen, als „Kriegsindex“: Je größer die Konkurrenz um ein erträgliches Auskommen, desto größer auch die Bereitschaft, sich mit allen Mitteln durchzusetzen.

Diese Rücksichtslosigkeit in aussichtsloser Lage befeuert blutige Auseinandersetzungen in den Herkunftsländern. Und im Falle der Wanderung nach Europa wird sie auch nicht an der deutschen Grenze abgelegt, an der man ja nicht einmal ein gültiges Dokument vorweisen muß.

Wer nicht glauben mag, daß in den Heerscharen junger Männer im wehrfähigen Alter, die derzeit aus Afrika nach Europa drängen, ein beträchtliches Eroberer-Potential steckt, dem müde und verunsicherte Einheimische kaum etwas entgegenzusetzen haben, der betrachte einfach die zahlreichen Videoaufnahmen wütender Horden, die in italienischen oder französischen Städten randalieren, der erinnere sich an die Silvesternacht 2015 in Köln oder gehe einfach in ein Großstadt-Freibad.

Gewiß: Der Schlüssel zur Entschärfung der demographischen Zeitbombe liegt in Afrika selbst, und Geburtenkontrolle als Voraussetzung für Bildung und Entwicklung ist das A und O. Doch selbst wenn die afrikanischen Regierungen in ihrer Mehrzahl begreifen sollten, daß sie handeln müssen, würde es lange Zeit dauern, bis die Maßnahmen auch Wirkung zeigten. Bis dahin heißt es: Grenzen dicht, im eigenen Interesse wie in dem der Afrikaner. Schon um den Reformdruck auf deren Regierungen zu verschärfen. Wenn Europa sich überrennen läßt und selbst zu Afrika wird, kann es keinem mehr helfen.

JF 32/19

Afrikanische Einwanderer, die von der spanischen Küstenwache im Mittelmeer aufgegriffen wurden Foto: picture alliance/NurPhoto

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen

aktuelles