Bundespolizist mit Polizeikelle
Asylbewerber haben in Karben eine Straße blockiert Foto: dpa
Meinung

Die Grenzlüge

Was ist nötig, um einer Lüge Glaubwürdigkeit zu verleihen? Sie muß nur oft genug wiederholt werden. „Wir können nicht über 3.500 Kilometer Grenze sichern“, heißt es aus der Politik, wenn es darum geht, die Flüchtlingswelle einzudämmen. Im Klartext bedeutet das: Wir sind den durch Europa ziehenden Asylströmen schutzlos ausgeliefert.

Die Wahrheit allerdings sieht anders aus. Ja, die deutschen Außengrenzen sind mehr als 3.500 Kilometer lang. Genaugenommen sind es 3.757 Kilometer. Niemand fordert allerdings, die Grenzen nach Dänemark, Frankreich oder Holland abzuriegeln. Es geht vor allem um die 815 Kilometer zu Österreich.

EU-Außengrenzen sichern

Das bedeutend kleinere und wirtschaftsschwächere Ungarn schaffte es innerhalb weniger Monate, seine Grenze nach Serbien mit einem Zaun fast vollständig zu sichern. Wenn die Bundesregierung das wirklich wollte, könnte der Grenzzaun schon lange stehen. Es würde reichen, wenn an den anderen EU-Außengrenzen das gemacht wird, was Ungarn schon lange praktiziert.

Aber weil das alles viel zu einfach ist, und zudem das von Merkel eingeforderte „freundliche Gesicht“ der Bundesrepublik leiden würde, versucht es die Bundesregierung mit der kompliziertesten und sinnlosesten Maßnahme: Nicht Deutschland soll seine Grenzen schützen, sondern die Türkei ihre.

Was Deutschland nicht will, soll nun die Türkei machen

Deren Außengrenze ist 2.648 Kilometer lang. 822 Kilometer betreffen Syrien. Dazu kommen 7.200 Kilometer Küstenlinie. Und die sollen nun von der Türkei besser kontrolliert werden können als die deutsche Grenze von der Bundespolizei?

Derzeit hat die Bundesregierung die Sicherung Deutschlands an die Grenzpolizei von Mazedonien ausgelagert. Wer es dort schafft, ist innerhalb weniger Tage auch in der Fußgängerzone von Berlin, Hamburg oder München. Mit der impliziten Forderung, die Türkei müsse die Flüchtlinge an der Ausreise hindern, ist Merkel geistig übrigens näher am DDR-Schießbefehl, als es Frauke Petry jemals war.

Asylbewerber haben in Karben eine Straße blockiert Foto: dpa

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