Markus Krall Freiheit oder Untergang

Streit um Bestattung Erich Priebkes
 

Unbarmherzig

Das Gezerre um die Bestattung des als Kriegsverbrecher verurteilten Erich Priebke ist unwürdig. Die Diözese Rom hat dem Katholiken Priebke eine öffentliche Totenmesse versagt. Das langjährige Exilland Argentinien verweigert die Aufnahme des Leichnams und die Beerdigung neben der Ehefrau. Seine Geburtsstadt Hennigsdorf sträubt sich ebenfalls, Priebke ein Grab zu gewähren. Opportunismus und Furcht obsiegen über uralte kulturelle Normen.

Der SS-Mann Priebke hatte 1944 an einer Geiselerschießung in Rom teilgenommen. Es handelte sich um eine Reaktion auf ein Bombenattentat italienischer Partisanen, dem 33 deutsche Soldaten zum Opfer gefallen waren. Die juristische Beurteilung Priebkes ist selbst in Italien umstritten.

Antifaschistische Moral soll an die Stelle Gottes gesetzt werden

Es diente kaum der Gerechtigkeit, den Hundertjährigen bis zum Schluß in Gefangenschaft zu halten. Er war ein Demonstrationsobjekt, an dem ein historischer Lehrsatz vollstreckt wurde. Die totale Funktionalisierung dieses Menschen soll über seinen Tod hinaus fortdauern.

Jedes Begräbnis gibt Anlaß zur ernsten Besinnung auf das Todesschicksal und auf Gottes Gericht und Barmherzigkeit. So sagte es einst die katholische Deutsche Bischofskonferenz. Priebke ein Begräbnis zu verweigern heißt, eine antifaschistische Weltmoral an die Stelle Gottes zu setzen.

JF 43/13

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