Joachim Kuhs
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Schuldenkrise
 

Was die Griechenlandwahl wirklich bedeutet

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Im Grund hat sich durch die Wahl wenig bis nichts geändert: Griechenland bleibt das Sorgenkind der Eurozone Foto: Pixelio/Gerd Altmann

Wie blöd können Wähler eigentlich sein? Diese Frage stellt sich angesichts des griechischen Wahlergebnisses. Seit Jahrzehnten haben die Neue Demokratie und Pasok das Land heruntergewitschaftet. Zum Dank wurden sie jetzt wiedergewählt. Das Signal der Wähler an die Politiker: Weiter so. Super. Macht mal ruhig neue Schulden. Irgendwer anders wird schon dafür aufkommen.

Das soll natürlich nicht heißen, daß Syriza die bessere Wahl gewesen wäre. Im Gegenteil: Die Linksradikalen sind noch weniger auf einen ausgeglichenen Haushalt aus. Mit ihnen wäre der griechische Schlendrian wahrscheinlich nicht nur einfach weitergegangen. Nein, es wären jetzt noch tausende Syriza-Parteigänger dazugekommen, die durch die neue Regierung mit hochbezahlten Beamtenstellen hätten versorgt werden müssen. Die Griechen wären gut beraten gewesen, die ganze korrupte Führungsriege ihres Landes in die Wüste zu schicken – so wie beispielsweise die Italiener vor zwanzig Jahren.

Was bedeutet das alles für Europa? Nicht viel. Das mediale Aufatmen in den öffentlich-rechtlichen Medien, die gebetsmühlenartig vorgetragene Behauptung, der Euro sei nun gerettet, haben mit der Realität nichts zu tun. Der FDP-Europaabgeordnete Holger Krahmer hat es so ausgedrückt: „Das alte Katz- und Mausspiel geht weiter.“ Die Wahrscheinlichkeit, daß die Bedingungen für Hellas jetzt weiter gelockert werden, sind eher gestiegen als gesunken. Das Sterben des Euro auf Raten wurde durch den völlig überschätzten Urnengang am Sonntag in Griechenland nur hinausgezögert.

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