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Narrenkappe für Oettinger

Keiner in der Klasse mag die Petze, den Streber, der mit seinem verklemmten „Ich sag’s aber dem Direktor“ den anderen den Spaß verdirbt. Baden-Württembergs Regierungschef Günther Oettinger, der als Schirmherr dem Benefiz-Ball der Landespresse am 9. November ein Tanzverbot aufgedrückt hat, um Protesten jüdischer Organisationen aus dem Weg zu gehen, braucht sich über den Spott nicht zu wundern: Wer sich zum Narren macht, taugt nicht als Klassensprecher.

Noch weniger mag man den Rüpel, der immer allein bestimmen will, was gespielt wird, und sich einen Jux daraus macht, den Klassenschwächling ein ums andere Mal zu demütigen. Für den Generalsekretär des Zentralrats der Juden war es zweifellos verlockend, den Filbinger-traumatisierten Oettinger mal wieder vorzuführen. Klug war es nicht, weil der Streich auf Kosten zu vieler anderer ging.

Spielverderber sind unbeliebt, weil sie über ihre Launen nicht mit sich reden lassen. Warum sollen Deutsche am 9. November nicht tanzen und fröhlich sein? Der Tag steht ja nicht nur für Hitler-Putsch und Judenverfolgung, sondern auch für Republikausrufung und Mauerfall. Das Datum ist vielschichtig wie die deutsche Geschichte. Der anmaßende und bevormundende Anspruch des Zentralrats auf ein absolutes Deutungsmonopol führt nicht zur Versöhnung, sondern direkt in die nationale Schizophrenie oder den geistigen Bürgerkrieg.

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