Medien-Skandal: Falsche Hitler-Tagebücher: „Der Führer als Vater- und Heldenfigur“
Medien-Skandal: Falsche Hitler-Tagebücher: „Der Führer als Vater- und Heldenfigur“
Medien-Skandal: Falsche Hitler-Tagebücher: „Der Führer als Vater- und Heldenfigur“
Hitler-Figur (Madame Tussauds in Berlin, 2008): „Das unpolitische Schelmenstück, als das uns die Affäre bisher vorgestellt wurde, ist nicht länger zu halten“, Quelle: picture-alliance/dpa, Mike Wolff TSP
Medien-Skandal
Falsche Hitler-Tagebücher: „Der Führer als Vater- und Heldenfigur“
Vor 40 Jahren erschütterte die Veröffentlichung der sogenannten Hitler-Tagebücher die Republik. Doch wer glaubt, darüber alles zu wissen, irrt: Die Historikerin Heike B. Görtemaker hat mit Kollegen eine bisher unbekannte Dimension des Falls entdeckt – und nun erstmals die gefälschten Texte vollständig veröffentlicht.
IHR DIGITALER ZUGANG.
Einfach registrieren undweiterlesen.
Alle Artikel auf JF online frei
Die JF schon jeden Mittwoch als E-Paper und via App
Warum ist die Junge Freiheit sich dafür nicht zu schade? Warum öffnet sie ihre Interviewseite für ein Buch (einerlei ob gut oder schlecht), entstanden unter wesentlicher Mitwirkung des bekannten Alt-Linksextremen Hajo Funke?. Und die Co-Autoren ticken politisch sicherlich kaum anders.
Glauben Sie , dadurch verbesserte sich Reputation der Jungen Freiheit, nach dem Motto „Wir sind doch gar nicht so rechts, schaut wie wir auch Linksextremen Raum geben“?
Dann irren Sie sich.
Es geht nicht so sehr um die Person AH, sondern um das setting, das diese Person umgreift – und das archetypisch sehr tief in der deutschen Geschichte verankert ist. Diesbezüglich hat sogar Goldhagen recht – wenngleich anders und umfassender, als er selber meint. Die deutsche Volksseele ist nicht erst seit Romantik und Wandervogel, sondern schon seit dem frühen Mittelalter auf eine messiasgleiche Erscheinung programmiert. Und dieses Programm ist aus dem Kollektivkörper unseres Volkes nicht wegzukriegen. Keiner kann es löschen, nicht mal die Westalliiierten mit ihren überwältigenden kommunikativen Fertigkeiten in puncto (Um-) Erziehung.
Nicht nur für Kujau und Heidemann wurde Hitler zum „Geschäftsmodell“. Zahlreiche Historiker, Pseudohistoriker und sonstige Publizsten im In- und Ausland leben von einem offenbar immer noch ungebrochenen Interesse an Hitler. Man muß sich nur das Programm von ZDF Info ansehen. Da werden fast täglich Hitler bzw. dessen Umgebung vorgestellt, natürlich stets mit dem Ausdruck geziemenden Abscheus. Was die Profiteure wohl alle machen würden, wenn sich die Sache mit Hitler nicht so ausbeuten ließe? Ist Hitler postum zum „Arbeitgeber“ geworden?
Das wäre auch mein Kommentar gewesen. Wenn Sie mir nicht die Arbeit abgenommen hätten. Danke vielmals.
„Unklar ist auch, ob Kujau die Bände wirklich alleine geschrieben hat, wie er später behauptete. … im Umfeld ehemaliger Nationalsozialisten, Mitgliedern von Hitlers „inner circle“, und Neonazis.“
Wenn es um „ehemalige Stasi-Kader“ u.s.w. gehen würde, dann würde das unter „Verschwörungs t h e o r i e ! Alles gelogen!“ verbucht. „Gefahr von Rechts“ gilt dagegen immer gleich mal als wahr.
Auch bei diesem Thema hat eine Frau Doktor Arbeit und Brot gefunden. Wer wird sich diese Publikation kaufen? #Hitlers Tagebücher# sind eine geschlagene Schlacht. Schon lange. Interessant wäre hier allerdings eine vergleichende Studie über die Macht der Medien und deren Wandel im Lauf der letzten 20-30 Jahre. Also wie umständlich, hänebüchen und offensichtlich damals gefälscht wurde wegen ein paar Mark. Jetzt dagegen der Corona-Betrug weltweit orchestriert von mächtigen Hintermännern, die zig Milliarden abgreifen. Zwar als Betrug ebenfalls leicht zu erkennen; jedoch nicht für die große Mehrzahl.
Deshalb ist dieser #Fake# genialer. Leider auch zerstörerischer, und strafrechtlich geahndet wird er nicht. Conrad Kujau war wirklich ein Einzelfall, symphatisch durch und durch. Er konnte etwas. Und er war kein Totalitarist im Unterschied zu den heutigen Verbrechern.
Daß die gefälschten Tagebücher Hitler in einem positiven Licht erscheinen ließen, ist allerdings nichts Neues.
Man erinnere sich: Als sie damals erschienen, hat der bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß, der sich als Nachlaßverwalter Hitlers sah, verfügt, die Tagebücher – im Glauben sie seien echt – der Staatskanzlei zu übergeben, um sie unter Verschluß zu halten. Begründung: „Es gibt Wahrheiten, für die das deutsche Volk noch nicht reif ist.“
Ziemlich paternalistische und somit undemokratische Haltung von Strauß…
Mündige, erwachsene Bürger, Citoyens, brauchen brauchen keine „Eltern“ und Vormunde, und Demokratie und Rechtsstaat leben von Transparenz und Öffentlichkeit.
Aber vermutlich war das Argument ohnehin nur vorgeschoben.
Er meinte wohl eher Wahrheiten, die bei den Alliierten nicht gern gesehen würden.
Das möchte ich aber als Mitglied des deutschen Volkes selber entscheiden.
Soweit zum „mündigen Bürger“.
„der bayerische Ministerpräsident“
Es wurde ja auch „Mein Kampf“ vom bayrischen Staat jahrzehntelang unter Verschluß gehalten. Diesen Text den Trägern des Nazi-Gens zur freien Verfügung zu überlassen, war ja auch nicht zu verantworten.
Vor zehn Jahren (oder so) fand man die Zeit (bzw. die Träger des Nazi-Gens) dann reif, das Kampf-Buch zu kennen. Natürlich -sicher ist sicher- mit Erklärtexten versehen. So wie man heute die Bismarck-Türme stehen läßt, mit Erklärtafeln daneben.
„Hitler in einem positiven Licht erscheinen ließen“
Soweit ich weiß stammen die Texte zu 100% von Kujau.
Kujau war ein hochtalentierter Führer des Zeichenstifts und des Malerpinsels, ein gerissener und kreativer Geschäftsmann ( = einer, der Wege findet um an Geld zu kommen) ein Kenner der menschlichen Schwächen und wie man sie ausnutzt.
Er war aber kein talentloser Verlierer, der seine Hoffnung darauf setzte, im Kielwasser eines erstarkenden Nazi-Revisionismus mit nach oben gespült zu werden. Und seine Texte mit einer Nazi-Agenda geschrieben hat.
Er schrieb für die Stern-Redakteure etwas, wovon Kujau mit Recht annahm, das es das sei, wovon die Redakteure glaubten, daß die Deutschen es gerne lesen würden.
Dieser Beitrag ist älter als 2 Tage, die Kommentarfunktion wurde automatisch geschlossen.
Jetzt die JF stärken!
Unabhängigen Journalismus unterstützen!
Jetzt die JF stärken!
Unabhängigen Journalismus unterstützen!
Hitler-Figur (Madame Tussauds in Berlin, 2008): „Das unpolitische Schelmenstück, als das uns die Affäre bisher vorgestellt wurde, ist nicht länger zu halten“, Quelle: picture-alliance/dpa, Mike Wolff TSP