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Das Polit-Maskottchen

Wer das geistige Klima in Deutschland im allgemeinen und in der SPD im besonderen berücksichtigt, wird den Verdacht nicht los, daß es sich bei der Juso-Vorsitzenden Franziska Drohsel nicht um eine Politikerin, sondern in Wirklichkeit um eine Art Maskottchen handelt. Formal betrachtet steht sie zwar genau an der Stelle, an der sich vor Jahren Andrea Nahles aufmachte, zur mächtigsten – und wohl am meisten gefürchteten – Frau der SPD zu werden. Doch die fröhlich plappernde Drohsel nimmt niemand so recht ernst.

Eine „grundlegende Überwindung der kapitalistischen Gesellschaftsformation“ hin zu einem „demokratischen Sozialismus“ formulierte sie als politisches Ziel. Der Artikel 14 des Grundgesetzes zum Beispiel, die Garantie des Eigentums, erfährt bei ihr eine mehr als fragwürdig Interpretation. Die neue Gesellschaftsordnung „exakt zu definieren“, lehnt sie ab, da zukünftige Verhältnisse „uns und unsere Vorstellungswelten“ formen werden. Selbst in der linkslastigen Bundesrepublik hätte ihr K-Gruppen-Sprech eigentlich für Aufsehen sorgen müssen. Inzwischen aber sind diese „63 Thesen“ offizielles Juso-Programm.

Ausgerechnet zum 60. Jahrestag des Grundgesetzes dozierte Drohsel darüber, daß ihre Phantasien mit einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung vereinbar seien. Die Öffentlichkeit reagierte wie auf drollige Äußerungen eines Kindes. Niemand fragte Drohsel, die vergangenen Montag immerhin 29 wurde, wie sie Promotionsstudentin der Rechtswissenschaften werden konnte, wenn sie wohl noch nicht einmal den grundlegenden deutschen Rechtstext angemessen interpretieren kann.

Drohsels politische Erweckung kam 1995: Als Fünfzehnjährige wurde sie Juso-Mitglied und stieg rasch auf. Schon ein Jahr später war sie Bundesdelegierte für den noblen Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf, 2000 dann Vize-, sechs Jahre später Landesvorsitzende in Berlin. 2007 machte die junge freiheit publik (JF 50/07), daß Drohsel – inzwischen Juso-Bundesvorsitzende – Mitglied der linksextremen „Roten Hilfe“ ist. Obwohl die CDU die Kritik der JF aufgriff und Drohsel sich schließlich gezwungen sah, ihre Mitgliedschaft formal zu beenden, tat dies ihrer Karriere keinen Abbruch.

Sozialismus, das ist bei Drohsel vor allem das ganz große Gefühl, gepaart mit viel Eifersucht auf das echte, nicht halluzinierte Gemeinwesen: „Deutsche Nation ist für mich nichts, auf das ich mich positiv beziehe. Politisch bekämpfe ich das eher“ (siehe den Beitrag auf Seite 4). Zu diesem Zweck macht das Mädchen aus dem Berliner Villenviertel ausgiebig – selbst für Juso-Verhältnisse in inflationärem Maße – vom Wort „Nazi“ Gebrauch.

Die Entmenschlichung des politischen Gegners mit einem adretten Augenaufschlag: Wer Drohsel reden hört, die Anmaßungen ihres zuckersüßen Utopias, der versteht so einiges – beispielsweise, wie Menschen im Namen von Fortschritt und Solidarität die größte Menschenquälerei auf Erden begehen konnten.  

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