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Der Gouvernator

Einen vierten Terminator-Film wird es aller Voraussicht nach nicht geben. Denn Arnold Schwarzenegger hat ausgezeichnete Chancen, der nächste Gouverneur von Kalifornien zu werden- vorausgesetzt, er macht keinen Rückzieher. Gegen den glücklosen demokratischen Amtsinhaber Gray Davis läuft ein Volksbegehren, das die Erwartungen der Initiatoren bei weitem übertrifft (JF 31-32/03) Im Herbst wird voraussichtlich der neue Gouverneur gekürt. Derzeit wirbt Schwarzenegger noch für seinen neuen Film „Terminator 3“. Der geborene Österreicher, der seit zwanzig Jahren US-Bürger ist, hat jedoch nie einen Zweifel an seinen politischen Ambitionen gelassen. Er ist Stammgast auf Republikaner-Parteitagen, hat diverse politische Initiativen unterstützt, und die Situation könnte günstiger für den Republikaner Schwarzenegger nicht sein: Die Demokraten befinden sich im Pazifikstaat in einem Stimmungstief. Schwarzenegger spricht Wählerschichten an, die über die republikanische Stammwählerschaft hinausgehen. Er genießt die Unterstützung des liberalen Flügels der Republikaner sowie des Ex-Bürgermeisters von Los Angeles. Für die – vornehmlich hispanischen – Einwanderer ist er ein Vorbild: Einer, der es geschafft hat. Die Rechte sieht ihn als den Filmhelden, den er darstellt: Einer, der eine bedrohte Welt rettet. Für Frauen und Mütter ist er der „Kindergartencop“, den er 1990 spielte. Einer, der sich öffentlich für bessere Schulen und Kinderhorte einsetzt. Für die Liberalen ist er einer der wählbaren Republikaner. Einer, der sich Homosexuellen-Rechten und der Abtreibung nicht widersetzt. Der 55jährige kann, weil er kein geborener US-Amerikaner ist, zwar niemals ins Weiße Haus einziehen. Aber er kann den Republikanern helfen, die langjährige Dominanz der Demokraten in der „sechstgrößten Industrienation“ zu brechen. Er kann es deshalb, weil er nicht „Conan, der Barbar“ ist. Arnold Schwarzenegger ist sensibler für das Politische, als ihm gemeinhin zugetraut wird. Bevor Jörg Haider eine Figur von internationaler Bedeutung wurde, zeigte sich Schwarzenegger mehrfach mit ihm. Haider bezeichnete ihn als seinen Freund. Schwarzenegger lud auch Kurt Waldheim zu seiner Hochzeit mit einer Kennedy-Nichte ein. In den späten Achtzigern jedoch machte er eine Kehrtwende. Er ging direkt auf das Simon-Wiesenthal-Zentrum zu und beauftragte es mit Ermittlungen gegen seinen eigenen Vater. Gustav Schwarzenegger war NSDAP-Mitglied. „Jedesmal, wenn er einen Film macht, schreibt er einen Scheck“, heißt es seitdem beim Wiesenthal-Zentrum. Weil der ehemalige Mister Universum der Bodybuilder zudem die FPÖ-Beteiligung an der Wiener Regierung kritisierte, stellen ihm jüdische Funktionäre heute den Persilschein aus. Man kann dies Opportunismus nennen. Aber beurteilen können wir einen Gouverneur Schwarzen-egger erst, wenn wir sehen, wie er sich statt auf der Leinwand als Regierungschef in Sacramento macht.

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