Verlogenes Verhalten

Tigersprünge mit Bettvorlegerlandung bleiben das CSU-Markenzeichen. Schon vor Monatsfrist hat die bayerische Staatsregierung klammheimlich ihre Klage gegen das „Lebenspartnerschaftsergänzungsgesetz“ zurückgezogen, das homosexuellen Paaren die Stiefkindadoption ermöglicht. Erst Kneifen vor dem liberalen Koalitionspartner, dann den Wählern nichts sagen – geht’s noch verlogener? Es geht. Als die CSU Ende Juli noch gegen Justizministerin Zypries wetterte, die Homo-Ehen das volle Adoptionsrecht zuschanzen will, lag der Rückzug von der Klage gegen den Einstieg schon zwei Wochen in Karlsruhe.

Daß sie aber freilich trotzdem weiter gegen die Aushöhlung der Institution Ehe durch die Gleichstellung mit homosexuellen Partnerschaften sei, nimmt der CSU jetzt wohl auch der naivste Wahlkampfgläubige nicht mehr ab. Dabei hätte die Klage, selbst wenn sie gescheitert wäre wie diejenige von 2002 gegen das Lebenspartnerschaftsgesetz, durchaus etwas zum Wohl der betroffenen Kinder bewirken können – etwa, indem diesen wenigstens ein Ausstiegsrecht aus unerwünschten Homo-Adoptionen gesichert wird. Doch statt zu kämpfen, hat Bayern vor der Homosexuellen-Lobby kapituliert, die nur mit einer bestellten Studie winken muß, um den letzten Widerstand zu brechen. Als christlich-konservative Gegenkraft ist die CSU ein Totalausfall.

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