Unrühmliche Rolle

Fritz Schramma verzichtet also auf die Wiederwahl zum Kölner Oberbürgermeister. An seiner Selbsterkenntnis, in diesem Amt total gescheitert zu sein, verwundert lediglich, daß sie so spät kommt. Erinnert sei hier lediglich an die unrühmliche Rolle, die Schramma spielte, als Köln Bühne wurde für eine Gegendemonstration zu einem Antiislamisierungs-Kongreß, den die Bürgerbewegung Pro Köln im September 2008 veranstalten wollte. Dabei ging es Pro Köln darum, islamische Parallelgesellschaften zu verhindern.

Die berechtigte Aufregung über das vorherige Auftreten des türkischen Ministerpräsidenten Erdoğan in Köln, der sich gegen eine „Assimilation“ der Türken in Deutschland als ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ ausgesprochen hatte, blieb ausgeblendet. Und so urteilte dann Schramma ungeachtet des militanten Auftretens der „Antifa“ während der Gegendemonstrationen, der Tag sei „ein Sieg für diese Stadt, ihre Bürger und alle demokratischen Kräfte“. Gesiegt hatte nach ihm die Stadt über eine „verfaulte Clique des Eurofaschismus“ und „braune Soße, die in die Toilette gehört“. Nein, ein Schramma mit einer solchen Fäkalsprache gehört nicht an die Spitze dieser Stadt.

Dr. Ute Scheuch ist Sozialwissenschaftlerin und Mitautorin des Sachbuch-Bestsellers „Cliquen, Klüngel und Karrieren“.

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