Suche nach Erfolgen

Mit Rußland einen Neuanfang wagen – eines der ersten Ziele Barack Obamas bei seinem Amtsantritt. Der Moskau-Besuch war dafür ein erster Schritt. Er und sein russischer Amtskollege konnten sich auf ein Arbeitspapier für ein Abkommen einigen, das den bald auslaufenden Start-Vertrag ersetzen soll. Doch die Atomwaffen sind nicht das Problem – ob es nun 1.500 oder 2.000 Atomsprengköpfe sind, auf die man sich einigt. Der Abbau überschüssiger nuklearer Arsenale spart beiden zwar viele Milliarden im Jahr. Doch substanziell gewonnen ist damit nicht viel – wenn man vom Imagegewinn absieht.

Obama kann etwas außenpolitischen Erfolg gebrauchen, nachdem bisher weder Israels Netanjahu noch Irans Ahmadi-Nedschad seine „ausgestreckten Hände“ ergriffen. Auch für Medwedjew ist das Bild wichtig, daß Rußland auf Augenhöhe mit den USA über die Geschicke der Welt mitbestimmt. Die brennenden Themen liegen anderswo. Obama will sich Moskaus Hilfe bei der Lösung der Konflikte in Afghanistan, mit dem Iran, mit Nordkorea und mit dem islamistischen Terrorproblem versichern. Rußland erwartet dafür Zurückhaltung in seiner Nachbarschaft, in der Ukraine oder beim geplanten US-Raketengürtel in Tschechien und Polen. Die strategischen Atomwaffen sind dagegen von untergeordneter Bedeutung.

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