Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Rechte Gewalt im Fußball

Der Landesverband betont, daß der Kampf gegen Gewalt, Rassismus und Antisemitismus im Berliner Fußball in der vergangenen Saison spürbare Erfolge zeitigte.“ Erleichtert nimmt man die Information des RBB zur Kenntnis, wenn schon wieder über Gewaltakte beim Fußball berichtet wird: „Der Kampf gegen Rechts im Fußball lohnt sich also doch“, soll diese Erklärung wohl beruhigen. Trotz allem klingt die Schilderung des Vorfalls vom 19. Juli brutal. Gemeinschaftlich haben „drei Angehörige des BSC Reinickendorf II“ nach der 1:8-Niederlage gegen Alemannia 90-Wacker deren Kabine gestürmt und auf die gegnerischen Spieler eingeschlagen, die BSC-Spieler sollen dabei Schlüsselbunde in den Fäusten gehabt haben. Erst fünf Streifenwagen beendeten den Überfall. „Wir werden strafrechtlich und parallel im Verband dagegen hart vorgehen“, kündigte Bernd Schultz, Chef vom Berliner Fußballverband (BFV), an. Erst als tags darauf über das Opfer berichtet wurde, war von rechter Gewalt plötzlich nirgends mehr die Rede: So schilderte der Alemannen-Torwart Babak Alipour, der nun mit zertrümmertem Jochbein im Krankenhaus liegt, wie ihn BSC-Spieler Foner S. bereits auf dem Platz bedrohte. Dieser habe ihn dann später mit Mannschaftskameraden, darunter Trainer Kemal B., in der Kabine überfallen.

Vorfälle wie diese sind häufig, in der vergangenen Saison eskalierten sie in Berlin im Jugend- und Erwachsenenbereich sogar 71 Mal bis zum Spielabbruch. Tendenz allerdings rückläufig, wie Gerd Liesegang der JF verrät. Auch an der rechten Front kann der BFV-Funktionär Erfolge vermelden: Keiner der Spielabbrüche hatte antisemitische oder fremdenfeindliche Gründe.

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