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Bildungsverflachung

Da soll sich noch einer auskennen mit der Bildungspolitik der CDU. Kaum ein Jahr nachdem Kanzlerin Merkel die Bildungsrepublik ausgerufen hat, schmeißt Hamburgs regierende CDU die gesamte Bildungspolitik dem grünen Koalitionspartner zur gefälligen Selbstbedienung in den Garten. Das Ergebnis heißt: Haupt- und Realschule sind abgeschafft und das Gymnasium wird nicht nur von oben um ein Jahr, sondern zugunsten einer sechsjährigen Grundschule auch von unten her um zwei Jahre, nämlich die 5. und 6. Klasse, amputiert.

Nun kann man wahrlich nicht behaupten, daß Hamburg sich solche Spielchen erlauben könnte und darin Berlins gescheiterte SPD-Schulpolitik nachahmen müßte. Immerhin stehen diese beiden Länder so ziemlich am Ende der PISA-Bilanz. Daß man in Hamburg jetzt das Gymnasium als die einzige schulpolitisch noch nicht gänzlich heruntergewirtschaftete Schulform zertrümmert, mag verstehen wer will. Die Bürgerlichen in Hamburg verstehen es nicht. Es ist dies freilich das Ergebnis eines Kuhhandels: Hamburgs CDU wollte die Elbvertiefung, die Grünen wollten sie nicht. Also hat man sich geeinigt: auf Elbvertiefung plus Bildungsverflachung.

Josef Kraus ist Präsident des Deutschen Lehrerverbandes.

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