Grippaler Aktivismus

Die Vogelgrippe erinnert an eine Hochwasserkatastrophe. Stündlich gehen die Meldungen über die Ticker, erst Rügen, dann auch das Festland. Und Virologen desillusionieren, die Welle sei kaum einzudämmen. Dennoch glänzen der zuständige Minister Horst Seehofer (CSU) und sein Landeskollege Till Backhaus (SPD) durch Aktivismus. Daß Geflügel nun in den Stall muß, ist eine Selbstverständlichkeit. Aber es sind sogar Helfer der Bundeswehr im Einsatz, nicht um Sandsäcke zu stapeln, sondern tote Wildvögel einzusammeln. Autos wurden auf Rügen gestoppt und bei Fahrten auf das Festland desinfiziert. Jeder Laie weiß, daß Möwen sich darüber hinwegsetzen werden. Aber eines kann sich ein Politiker nicht leisten, bei einer Katastrophe sich vorwerfen lassen zu müssen, nicht alles in seiner Macht stehende getan zu haben, um die Krise zu managen. Vorsorglich wurden zunächst auf Rügen bereits einige tausend Exemplare Geflügel gekäult, die sich zumindest theoretisch infiziert haben könnten. Beweise für eine Infektion gibt es also nicht. Wer in diesem Fall den Schaden zahlt, ist klar: nicht der Geflügelzüchter selbst. Der Schweriner Landesbauernverband verlangt sogar, die Verdienstausfälle zu begleichen. Doch hier muß bereits Vorsicht geboten werden, nichts zu weit zu treiben. Denn sonst muß in Zukunft bei schlechten Ernten, die auf einen Klimawandel zurückgeführt werden, der Staat für Verdienstausfälle aufkommen. Der Staat kann nicht alle Risiken der Welt auffangen; das würde ihn früher oder später ruinieren. Wozu gibt es Versicherungen?

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