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Zurück in die Gegenwart

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Zurück in die Gegenwart

Das reformiert-deformierte Rad der Rechtschreibung könnte wieder um 300 Jahre nach vorne in die Gegenwart geeiert werden. Die Rechtschreibreformer wollten noch der Sprachentwicklung trotzen, möglichst viele zusammengewachsene Wörter auseinanderhauen und also recht barock schreiben lassen. Dagegen will der Konkursverwalter der Reform, der Rat für deutsche Rechtschreibung, in der Getrennt- und Zusammenschreibung jetzt einen anderen Weg gehen. Eine Arbeitsgruppe des Rates hat dazu jetzt entsprechende Vorschläge unterbreitet. Wenn am 3. Juni mindestens zwei Drittel der Mitglieder des Rechtschreibrates der Vorlage der Arbeitsgruppe zustimmen; wenn bestimmte Interessenverbände der Schulen und Behörden in einer daraufhin folgenden Anhörung den Kultusministern nicht widersprechen; wenn schließlich diese Minister einstimmig den Beschluß des Rates annehmen; dann, ja dann „dürfen“ wir wieder heiligsprechen, vollquatschen und kennenlernen zusammenschreiben. Die Ratsmitglieder können einem leid tun. Sie müssen an der mißlungenen Reform weiterbasteln, damit die Kultusminister nicht ihr Gesicht verlieren. Bis zum 1. August wird es nicht getan sein. Im Grunde ist diese Regelei nur etwas für Spezialisten. Die Schüler werden sich weiterhin weniger an einem abstrakten und schwierigen Regelwerk orientieren als an dem, was sie sich aus ihrer Leseerfahrung merken und herleiten können. Deswegen wirkt sich dieses mutwillig in die Länge gezogene Durcheinander verheerend auf sie aus.

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