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Weihnachtsbäume nur aus dem heimischen Wald?

Der Weihnachtsbaum ist eine alte Tradition, die ihren Ursprung beim Weltenbaum vorchristlicher Zeit der Völker Mittel- und Nordeuropas hat. Seine Wiedergeburt erlebte er im Mittelalter, wo er als Weihnachtsbaum in nahezu allen Häusern Einzug hielt und zu einem Mittelpunkt des Festes wurde. Dies ist eine Tradition, welche als Teil unserer Kultur unbedingt bewahrt werden sollte. In der längsten Zeit dieser Tradition wurden die Weihnachtsbäume aus lokalen, regionalen Forsten geliefert. Erst in den letzten Jahrzehnten trat die inflationäre Überschwemmung des Marktes durch die Agrarindustrie auf, was zu einem Preisverfall führte. Diese Form der Agrarindustrie im Forstbereich ist abzulehnen, da sie dieselben ökologischen Nachteile mit sich bringen wie jede Monokultur. In Dänemark beispielsweise erleben wir große Probleme in den für den weihnachtlichen Export hochgezogenen "Wäldern" mit der Sitkalaus und anderen Parasiten. Es treten dieselben Probleme auf wie bei jeder anderen Art von einseitiger land- bzw. forstwirtschaftlichen Nutzung. Pestizide helfen da vordergründig ab, kurieren aber nur an den Symptomen, nicht jedoch an den Ursachen der Monokultur. Die Absage an die Tanne aus monokulturellem Anbau ist dort aber in keiner Weise als ein Plädoyer für künstliche Bäume mißverstanden werden.

Plastikbäume stellen eine noch größere Naturentfremdung und kulturelle Deformation dar als der Baum aus der forstindustriellen Massenproduktion. Monokultureller Anbau und Plastiksubstitute sind Auswüchse der Moderne. In diesem Sinne ein klares Ja zum Weihnachtsbaum aus dem heimischen Forst oder aus der kleinen Tannenschonung, die dem Bauern vor Ort einen lebensnotwendigen Nebenerwerb bedeutet. Mit solcher regionaler Versorgung ist am besten der Umwelt und den Arbeitsplätzen vor Ort gedient.

Wolfram Bednarski ist stellvertretender Bundesvorsitzender der Partei Unabhängige Ökologen Deutschlands (UÖD).

Wer kennt ihn nicht, den wunderbaren Duft, den frische Tannenzweige verströmen. Kaum hat man den Weihnachtsbaum aufgestellt, breitet er sich im ganzen Haus aus, sucht sich seinen Weg in alle Zimmer und stellt sicher, daß jetzt definitiv Weihnachtsstimmung herrschen sollte. Doch es ist nicht nur dieser Weihnachtsduft, der jeden Plastikbaum in den Schatten stellt. Kein Kunstbaum, und sei er noch so neuen Designs, hat das schöne dichte und feste Nadelkleid wie Tanne oder Fichte. Natur läßt sich imitieren, aber nicht nachbilden. Wer Weihnachten mit Tradition verbindet, der wird sich außerdem schwertun, einen "X-mas-Tree-Kit – Made in Taiwan" mit wahlweise 12, 15 oder 20 Ästen (zum Reinschrauben) den Lieben zu präsentieren. Gemeinsam mit Freunden und einem Förster bei mehreren Thermoskannen Glühwein im Wald einen Baum selbst zu schlagen – ja, das ist Weihnachten. Stimmung, Besitzerstolz und große Kinderaugen zu Hause sind garantiert. Ganz zu schweigen von dem guten Gefühl, nebenbei den vielen Waldbesitzern und Förstern mal wieder den Arbeitsplatz gesichert zu haben. Während der Plastikbaum, wenn alle Geschenke aufgerissen sind, staubig und ein bißchen struppig im Keller verschwindet, kann man die trockenen Zweige der Nordmanntanne oder der Blaufichte getrost auf den Rosenbeeten im Garten verteilen (gegen den Frost), kompostieren oder sie im Kamin verbrennen.

Zurück bleibt kein Plastikmüll, sondern nur ein Häufchen Asche – und die Freude auf den Baum im nächsten Jahr. Ein Verzicht auf Weihnachtsbaumkulturen bei uns könnte die millionenfache Nachfrage nicht decken und hätte ein Ausweichen auf skandinavische Plantagenprodukte zur Folge. Ein gleiches gilt für den Verzicht auf die Schädlingsbekämpfung beim Anbau, denn jeder von der Sitkalaus befallene unverkäufliche deutsche Weihnachtsbaum wird von einem Importierten ersetzt.

Hans Ludwig Körner ist Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände.

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