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Den Blick nach vorne richtet die Bundesregierung in der Gestaltung der deutsch-amerikanischen Beziehungen. Eigentlich hat man sich gegenseitig auch kaum etwas vorzuwerfen. Der Irak mußte in seinen Bemühungen, sich gegen die Invasoren zu behaupten, schließlich doch auf militärischen Beistand der Bundesrepublik verzichten. Deutschland hat sich auch nicht dazu hinreißen lassen, die Staatengemeinschaft gegen das Vorgehen der USA und Großbritanniens aufzuwiegeln. Statt dessen wurde das Mögliche getan, damit auch von deutschem Boden aus ein bißchen Angriffskrieg sicher und komfortabel geführt werden konnte. Unser Land wiederum hat keinen Grund, mit den USA ins Gericht zu gehen. Das Versprechen, in kurzer Zeit zum Erfolg zu kommen, wurde erfüllt. Die islamische Welt ist beeindruckt: Ihr sind die Grenzen ihrer Macht aufgezeigt worden. Ein Flächenbrand muß daher nicht befürchtet werden. Für die weitere Verschlechterung der Konjunktur, die alle erwarten, können wir nicht den Irak-Krieg verantwortlich machen. Die Besetzung eines Landes, das in demokratischem Sinn nicht als souverän aufgefaßt werden konnte, weil es von einem Diktator regiert wurde, sollte uns als Deutsche zur Besinnung auf unsere Wurzeln anregen: Wir wären nicht die, die wir sind, wenn uns nicht die Amerikaner einst so nachhaltig in ihre Obhut genommen hätten. Wir sollten uns daher mit den Irakern freuen, daß auch ihnen nun diese Chance geboten wird. Die kurzzeitigen Irritationen im deutsch-amerikanischen Verhältnis haben das tief verankerte Gefühl, gemeinsamen Grundwerten verpflichtet zu sein, nicht beschädigt. Sie resultierten vielmehr aus unterschiedlichen Politikstilen. In Deutschland erntet immer noch Zustimmung, wer grundsätzlich für den Frieden plädiert. In den USA dürfen sich hingegen unterdessen jene Popularität versprechen, die einen effizienten und erfolgreichen Waffengang gegen einen unappetitlichen Gegner erwarten lassen. Wahrscheinlich haben wir es auch hier mit dem Phänomen zu tun, daß Trends, die in Amerika gesetzt werden, eine Weile brauchen, bis sie sich auch auf dem alten Kontinent etablieren. Die guten Erfahrungen, die mit dem Irak-Krieg gemacht wurden, dürften diesen Bewußtseinswandel auch in unserem Land beschleunigen. Wenn es so einfach ist, sich militärisch der Ressourcen eines zurückgebliebenen Landes zu vergewissern, stellt sich in der Tat die Frage, wieso man den Prozeß der Dekolonialisierung so lange als alternativlos und irreversibel dargestellt hat. Es ist damit zu rechnen, daß der Unmut der deutschen Öffentlichkeit über die Militarisierung der Nord-Süd-Beziehungen von Krieg zu Krieg abnehmen wird. Die Haltung, die Gerhard Schröder im vergangenen Jahr gezeigt hat, könnte der Wähler vielleicht schon 2006 nicht mehr honorieren. Man wird ihn vielmehr daran messen, welchen Anteil Deutschland an der Beute erhält. Wer in Berlin regiert, muß wissen, daß es sich lohnt, an der Seite der USA zu stehen.

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